Künstliche Intelligenz im Arbeitsrecht: Chancen und Herausforderungen im HR-Tech

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18. Juni 2024
Künstliche Intelligenz, Personal
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Kann KI HR-Tech revolutionieren? Der Job eines Recruiters ist in den letzten Jahren immer komplexer und anspruchsvoller geworden. Angesichts der Digitalisierung, des Fachkräftemangels und der zunehmenden Globalisierung stehen Recruiter vor zahlreichen Herausforderungen. Laut aktuellen Studien benötigen Unternehmen mehrere Monate, um eine offene Stelle zu besetzen und die Kosten für eine Fehlbesetzung können bis zu 30% des Jahresgehalts der Position betragen. Recruiter müssen oft hunderte von Bewerbungen durchsehen, zahlreiche Vorstellungsgespräche koordinieren und gleichzeitig sicherstellen, dass der gesamte Prozess fair und effizient abläuft.

Ivan Evdokimov verrät in diesem Gastbeitrag, welche Rolle Künstliche Intelligenz im Recruiting spielt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen HR-Experten beachten müssen und wie KI Ihr HR-Tech auf das nächste Level bringen kann.

Top-Tipp: Sie wollen up to date in Sachen Recruiting, Verträge, Datenschutz und Mitbestimmung sein? Ivan Evdokimov gibt gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Michael Witteler und Meike Christine Rehner in unserem Seminar „KI und Arbeitsrecht" weitere Praxis-Tipps zum Thema.

Experte Ivan Evdokimov

Ivan Evdokimov

Projekt Manager Global Recruiting | Brenntag SE, Essen

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Die Rolle der Künstlichen Intelligenz im Recruiting

Künstliche Intelligenz bietet zahlreiche Vorteile im Recruiting und kann Recruiter dabei unterstützen, die passenden Talente auf dem Markt zu identifizieren, auszuwählen und an Bord zu holen.

Die Rolle des Talent Acquisition Managers befindet sich mitten im Wandel. Während frühere Generationen sich für HR entschieden, um mit Menschen zu arbeiten, nicht unbedingt mit Technologie, hat sich dieses Kräfteverhältnis heute verschoben. Psychologen haben in den letzten Jahrzehnten einen großen Mehrwert, insbesondere in der Eignungsdiagnostik, generiert. Heute besteht ein signifikanter Teil der Rolle darin, Talente zu gewinnen, da sich das Kräfteverhältnis auf dem Markt verändert hat. Es ist nun entscheidender, ständig up to date zu sein, die Zielgruppen zu verstehen und über die erfolgreichsten Kanäle zu kommunizieren.

Mit der Digitalisierung kommen technische Anforderungen hinzu, die diese hybride Rolle noch anspruchsvoller machen. In der Zukunft des Recruitings und Personalmarketings 4.0 werden sich digitale Möglichkeiten und Kanäle weiterentwickeln und verändern, insbesondere im Hinblick auf neue technologische Entwicklungen wie VR, AR und KI. Gleichzeitig erweitern sich die Rollen der Recruiter hin zu Social-Media-Experten, Servicedienstleistern, Karriereberatern, Data Scientists und Trendforschern.

KI bietet Lösungen zur Verbesserung der Effizienz und Qualität von Rekrutierungsprozessen, indem sie repetitive Aufgaben automatisiert, umfangreiche Datenmengen analysiert und wertvolle Einblicke liefert. Diese Technologien entlasten Recruiter und ermöglichen eine schnellere und fairere Personalauswahl.

Aktuelle Entwicklungen und rechtliche Rahmenbedingungen

Der rechtliche Umgang mit KI im Personalwesen ist ein hochaktuelles Thema. Die kürzlich verabschiedete KI-Verordnung des EU-Parlaments setzt strenge Richtlinien für den Einsatz von KI-Systemen, insbesondere in hochriskanten Bereichen wie der Personalgewinnung. Ein zentraler Punkt dieser Verordnung ist die Unterscheidung zwischen echter KI und maschinellem Lernen. Erstere muss eigenständige Schlussfolgerungen auf Basis gelernter Daten ziehen können, eine Fähigkeit, die gegenwärtig noch in den Kinderschuhen steckt. Was ist denn überhaupt heute schon möglich und vor allem: Was ist sinnvoll?

Einsatzmöglichkeiten von KI im HR-Tech

Erstellung und Optimierung von Stellenanzeigen:
KI kann bei der Erstellung und Optimierung von Stellenanzeigen helfen, indem sie Daten aus früheren Anzeigen analysiert und Vorschläge für Schlüsselwörter und Formulierungen gibt, die die größte Resonanz bei den gewünschten Zielgruppen erzeugen. Ethisch betrachtet stellt sich die Frage, ob die Formulierungen in den Anzeigen diversitätsfreundlich gestaltet werden, um eine breite und inklusive Bewerbergruppe anzusprechen.

Gender Decoder für faire und zielgerichtete Ausschreibungen:
Ein Gender Decoder kann sicherstellen, dass Stellenanzeigen sprachlich neutral gestaltet sind, um unbewusste Vorurteile zu vermeiden und eine diverse Bewerbergruppe anzusprechen. Dies fördert eine inklusivere und fairere Ausschreibung. Unternehmen sollten hierbei ethische Überlegungen berücksichtigen, um sicherzustellen, dass ihre Stellenanzeigen nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch inklusiv und diversitätsfördernd sind.

Active Sourcing mit KI:
KI-gestützte Tools durchsuchen kontinuierlich Online-Plattformen, soziale Netzwerke und berufliche Netzwerke nach potenziellen Kandidaten, die den Anforderungen einer offenen Position entsprechen. Dies spart Zeit und Ressourcen und erhöht die Chance, hochqualifizierte Kandidaten zu finden. Hierbei stellt sich die ethische Frage, wie Unternehmen sicherstellen können, dass der Einsatz von KI im Active Sourcing ethisch vertretbar ist und keine unbewusste Voreingenommenheit verstärkt.

Automatisierte Sichtung von Bewerbungen:
Eingehende Bewerbungen können von einem KI-System automatisch gesichtet und vorsortiert werden. Die KI analysiert Lebensläufe und Anschreiben auf relevante Qualifikationen und Erfahrungen. Die Transparenz in den Entscheidungen der KI ist hier von großer Bedeutung, damit Bewerber nachvollziehen können, warum sie in die engere Auswahl gekommen sind oder nicht.

Automatisierte Kommunikation mit Bewerbern:
KI-gestützte Systeme können die Kommunikation mit Bewerbern automatisieren, ihnen zeitnah Feedback zu ihrem Bewerbungsstatus geben und häufig gestellte Fragen beantworten. Rechtlich betrachtet müssen hierbei alle datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt werden, insbesondere bei der Verarbeitung und Speicherung personenbezogener Daten.

Planung und Durchführung von Interviews:
KI kann die Koordination von Interviews übernehmen, indem sie verfügbare Zeiten von Recruitern und Bewerbern abgleicht, automatisch Termine vereinbart und die komplette Kommunikation sowie administrative Aufgaben übernimmt. Dabei müssen alle Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertretungen berücksichtigt werden.

Analyse und Bewertung der Interviewergebnisse:
KI-Systeme können die Ergebnisse von Interviews analysieren, indem sie Transkripte und Audioaufnahmen auswerten, um Muster und Schlüsselqualifikationen zu erkennen und objektive Bewertungen vorzunehmen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die KI-basierte Bewertung keine systematischen Diskriminierungen verursacht und die Auswahl fair sowie objektiv bleibt.

Fazit: KI im HR-Tech ist nicht mehr wegzudenken

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Rekrutierungsprozess bietet enorme Potenziale, um den komplexen und anspruchsvollen Job der Recruiter zu unterstützen. Durch die Automatisierung repetitiver Aufgaben und die Bereitstellung wertvoller Datenanalysen kann KI die Personalauswahl schneller, besser und fairer gestalten. Dennoch müssen rechtliche und ethische Fragen stets berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass der Einsatz von KI im Einklang mit den geltenden Gesetzen und ethischen Standards erfolgt. Nur so kann KI ihr Potenzial entfalten und zu einem wertvollen Helfer im Recruiting-Prozess werden.

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18.06.2024 | Manuel Hörzenberger

Toller Blog.lg
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