Das Johari-Fenster im Projektmanagement: Das Must-have-Tool zur Teambildung

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12. September 2022
Projektmanagement
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Sie sind Projektleiter und haben noch nichts vom Johari-Fenster gehört? Dann haben Sie Nachholbedarf!

Schließlich kennen Sie als Projektverantwortlicher sicher folgende Situation: Ein neues Projekt soll gemeistert werden und Sie arbeiten nun mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen zusammen, die Sie gar nicht kennen. Womöglich kommen auch noch externe Dienstleister hinzu. Wie bilden Sie nun ein gut funktionierendes Projektteam, das den Grundstein für einen erfolgreichen Projektabschluss legt?

Hier schafft das Johari-Fenster Abhilfe. Wie das funktioniert und wie Sie hiermit Ihr Projekt zum Erfolg führen, lesen Sie in diesem Artikel.

Was ist das Johari-Fenster? Definition und Beispiele anhand eines Projektteams

Das Johari-Fenster ist ein Modell zur Analyse der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die amerikanischen Sozialpsychologen Joseph (Jo) Luft und Harry (hari) Ingham haben das Modell 1955 entwickelt.

Mit dem Johari-Fenster soll das Selbst- und Fremdbild einer Person oder Gruppe visualisiert werden. Es besteht aus vier Feldern und zeigt in diesen auf, wie Sie beispielsweise als Projektleiter ein Mitglied Ihres Projektteams in der Außenperspektive wahrnehmen, aber auch wie sich das Mitglied selbst in der Innenperspektive wahrnimmt.

Die vier Felder des Johari-Fensters

Joseph Luft und Harry Ingham haben das Johari-Fenster in vier Felder eingeteilt:

Johari-Fenster Feld A: Der Bereich des freien Handelns

Dieses Feld beschreibt alle Merkmale, die Ihnen und Ihrem Mitarbeiter bekannt sind, ohne dass Sie direkt miteinander gesprochen haben. Selbst- und Fremdbild einer Person decken sich. Sie wissen, was Sie von Ihrem Mitarbeiter verlangen können – Sie können frei handeln.

Beispiel: Etwaiges Alter, Geschlecht, Haarfarbe
 

Johari-Fenster Feld B: Der Bereich des blinden Flecks

Im Feld B des Johari-Fensters werden Merkmale erfasst, die beschreiben, wie eine Person im Außen wahrgenommen wird. Dies ist aus Sicht der beobachteten Person der blinde Fleck des Johari-Fensters. Es ist nicht selten, dass sich dieses Bild vom eigenen Selbstbild unterscheidet.  

Beispiel: Sie als Projektleiter nehmen Mitarbeiter Alex als extrovertiert wahr, in hitzigen Projektphasen scheint er allerdings schnell gestresst zu sein und lässt seine schlechte Laune an anderen aus. Alex selbst denkt nicht, dass er seine schlechte Laune an anderen auslässt. Aus seiner Sicht ist die Wahrnehmung des Projektleiters ein blinder Fleck. Alex weiß nicht, wie Sie über ihn denken.
 

Johari-Fenster Feld C: Der Bereich des Verbergens

Um ein leistungsfähiges Team aufzubauen, sollten Sie in Erfahrung bringen, was Ihre Mitarbeiter können und was nicht. Jetzt ist es die Aufgabe Ihres Mitarbeiters, Ihnen zu sagen, was er kann und was er nicht kann. Der Mitarbeiter weiß von sich, zu was er fähig ist, Sie als Außenstehender wissen das noch nicht.

Beispiel: Alex weiß: „Ich bin ein Excel-Profi, das Arbeiten mit PowerPoint liegt mir dagegen eher weniger.“

Jetzt wissen Sie als Projektleiter im Außen, dass Sie Alex eher für Tätigkeiten einsetzen, in denen er sein Profi-Wissen einbringen kann.
 

Johari-Fenster Feld D: Der Bereich des Unbewussten

In diesem Feld des Johari-Fensters spiegeln sich Merkmale wider, die weder im Außen noch im Innen bekannt sind.

Beispiel: Sie als Projektleiter wissen nicht, wie Ihr Mitarbeiter Alex sich in einer bestimmten Stresssituation verhält. Auch Alex selbst weiß nicht, wie er in solch einer Situation handeln würde, weil er noch nie in einer gleichartigen Situation gesteckt hat.

So nutzen Sie das Johari-Fenster zur Teambildung im Projektmanagement

Zunächst sollten Sie sich über alle vier Felder des Johari-Fensters bewusst sein und sich einen Überblick über Ihr Projektteam verschaffen.

Als Projektleiter in der Teambildungsphase ist es Ihre Aufgabe herauszufinden, wie Ihre Mitarbeiter ticken. Ziel ist es, das Feld B des Johari-Fensters möglichst klein zu halten. Dies bedeutet, dass der Bereich des blinden Flecks minimiert wird, indem Sie so viel wie möglich über Ihr Team in Erfahrung bringen. Welche Stärken haben Alex und Co., welche Schwächen und wie können Sie sich diese Erkenntnisse zu Nutze machen und so die Aufgabenverteilung perfektionieren?

Diese Erkenntnisse erlangen Sie am besten durch offene Gespräche:

Nutzen Sie das Kick-off-Meeting im Projektteam dazu, Ihre Mitarbeiter kennenzulernen. In diesem Termin bietet sich eine Kennenlernrunde am besten an, nachdem das Projekt an sich von Ihnen vorgestellt wurde.

Verschiedene Moderationstechniken für Projektmeetings sind hierbei besonders hilfreich. Vor allem die Selbstpräsentation gibt hier bereits einen guten Aufschluss über die verschiedenen Persönlichkeiten im neuen Team. Schaffen Sie für maximalen Erfolg eine angenehme und lockere Atmosphäre, damit Ihre Teammitglieder sich wohlfühlen und offen sprechen. 

Selbstverständlich sollen Ihre Mitarbeiter sich nicht gezwungen fühlen, Ihre komplette private Persönlichkeit offenzulegen. Vielmehr geht es darum, dass Mitarbeiter so viel preisgeben, dass das Team arbeitsfähig wird.

Zudem sollten Sie generell eine offene Gesprächs- und Feedbackkultur pflegen. Die Mitarbeiter sollten ihre Wahrnehmungen gegenüber anderen äußern können, sodass der blinde Fleck möglichst klein wird. Das erhöht die Effektivität im Team.

Je mehr Sie über Ihre Mitarbeiter wissen, desto größer wird im Gegenzug das Feld A des Johari-Fensters – der Bereich des freien Handelns.

Darum sollten Sie das Johari-Fenster in Ihrem Projektteam nutzen

Ihre Aufgabe als Projektleiter ist es, durch eine gute Kommunikation, ein gutes Teamklima, eine gute Zusammenarbeit und eine gute Konfrontation der Leute miteinander dafür zu sorgen, dass über ganz kurze Zeit das Feld A möglichst groß wird. Denn generell gilt: Je größer der Bereich des freien Handelns ist, desto leistungsfähiger kann das Team sein.

Mehr zum Thema Johari-Fenster und Teambildung erfahren Sie im Kurs „Teams führen“ von Heinz-Josef Botthof in der Leadership ACADEMY.

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