Erhalten Sie Praxistipps und Expertenmeinungen bequem per E-Mail für Ihren beruflichen Erfolg – und sichern Sie sich sofort Ihren 50 € Willkommens-Rabatt!
Low Performer im Team zu haben, ist wohl eine der anspruchsvollsten Herausforderungen im Führungsalltag. Doch nicht jeder Mitarbeiter, dessen Leistung vorübergehend nachlässt, ist automatisch dauerhaft leistungsschwach. Hinter einer anhaltenden Minderleistung können temporäre Überforderung, fehlende Motivation, persönliche Belastungen oder unklare Erwartungen stecken. Wer vorschnell urteilt, riskiert neben Fehlentscheidungen auch den Verlust wertvoller Fachkräfte.
Für Sie als Führungskraft bedeutet das: Erst analysieren, dann handeln. Ein strukturiertes Vorgehen hilft dabei, die wahren Ursachen zu erkennen, passende Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten und gleichzeitig eine hohe Leistungsfähigkeit des gesamten Teams zu sichern.
Wir zeigen in diesem Beitrag, was einen Low Performer im Team auszeichnet, wie Sie Leistungsschwächen frühzeitig erkennen und wie Sie Mitarbeiter wieder zum Erfolg führen – aber auch, wann Sie arbeitsrechtliche Konsequenzen in Betracht ziehen sollten.
Übrigens: Wenn Sie Ihre Führungskompetenz gezielt weiterentwickeln möchten, entdecken Sie unsere Weiterbildungen rund um moderne Mitarbeiterführung.
Der Begriff Low Performer beschreibt einen Mitarbeiter, dessen Arbeitsleistung über einen längeren Zeitraum deutlich hinter den vereinbarten Erwartungen zurückbleibt. Entscheidend ist dabei also die Dauerhaftigkeit der schlechten Leistung.
Einzelne Fehler, eine schwierige Projektphase oder eine vorübergehende persönliche Belastung machen einen Mitarbeiter noch nicht zum Low Performer. Im Gegenteil, fast jeder Beschäftigte erlebt Phasen mit geringerer Leistungsfähigkeit. Erst wenn die Leistung trotz Unterstützung, Feedback und Zielen dauerhaft unter dem erforderlichen Niveau bleibt, spricht man von einer Low Performance.
Typische Merkmale von Low Performern sind beispielsweise:
Dauerhaft nicht erreichte Ziele
Wiederkehrende Qualitätsmängel
Geringe Eigeninitiative
Fehlende Verbindlichkeit bei Absprachen
Geringe Lern- und Veränderungsbereitschaft
Negative Auswirkungen auf die Teamleistung und Zusammenarbeit
Wichtig: Nicht jede Minderleistung ist gleich mangelnder Leistungswille. Häufig liegen die Ursachen im Arbeitsumfeld oder in den Rahmenbedingungen, die es zu analysieren gilt.
Diese Unterscheidung ist im Führungsalltag sehr wichtig. Wer vorschnell von einem Low Performer spricht, übersieht möglicherweise gesundheitliche, organisatorische oder persönliche Ursachen.
| Vorübergehende Leistungsschwäche | Low Performance |
| Zeitlich begrenzt | Dauerhaft |
| Konkrete Ursache erkennbar | Häufig über längeren Zeitraum beobachtbar |
| Spürbare Verbesserung nach Unterstützung | Kaum nachhaltige Verbesserung trotz entsprechender Maßnahmen |
| Motivation grundsätzlich vorhanden | Motivation dauerhaft eingeschränkt |
| Ausgelöst durch Belastung | Entsteht durch unterschiedliche, strukturelle Ursachen |
Sie sollten erst analysieren, warumdie Leistung nachgelassen hat, bevor sie Maßnahmen einleiten.
Leistungsschwächen und Low Performer zeigen sich selten von heute auf morgen. Häufig entwickeln sie sich schleichend und werden erst sichtbar, wenn Termine verpasst werden, Fehler zunehmen oder Kollegen Aufgaben mit übernehmen müssen. Achten Sie unter anderem auf diese Warnsignale:
Vereinbarte Ziele werden regelmäßig verfehlt
Gute Qualität der Arbeit nimmt sichtbar ab
Gesetzte Termine werden wiederholt überschritten
Starke Eigeninitiative fehlt zunehmend
Konstruktive Kritik wird abgewehrt
Andere Kollegen müssen Leistungen kompensieren
Mögliche Konflikte innerhalb des Teams nehmen zu
Hohe Lernbereitschaft bleibt trotz Feedback gering
Ein einzelnes Anzeichen reicht nicht aus. Erst das Gesamtbild über einen längeren Zeitraum ermöglicht eine faire Einschätzung und das Erkennen einer echten Leistungsschwäche.
Dass kein Mensch zu jeder Zeit 100 Prozent Leistung erbringen kann, dürfte jedem klar sein. Auch schwächere Zeiten gehören zum Arbeitsalltag dazu. Hinzu kommt, dass es nachvollziehbare Gründe für eine temporär verminderte Leistungsfähigkeit gibt, insbesondere temporäre Überlastung oder Überforderung, ein schlechtes Arbeitsklima oder private Probleme.
Bleibt die Leistung jedoch dauerhaft auf einem niedrigen Niveau, bringt das ernsthafte Schwierigkeiten mit sich. Deshalb müssen Sie den Ursachen auf den Grund gehen. Finden Sie heraus, ob es aktuell Belastungen gibt, auf die Sie als Führungskraft Einfluss nehmen können, oder ob andere Faktoren hinter der Minderleistung stehen. Erst danach können Sie entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind – von individueller Förderung bis hin zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen als letztem Schritt.
Mögliche Ursachen für Low Performer im Team sind:
Individuelle Gründe des Mitarbeiters, etwa aus dem privaten Umfeld
Belastendes Arbeitsumfeld oder häufige Konflikte im Team
Andauernde Unterforderung durch monotone oder wenig anspruchsvolle Aufgaben
Unklare Aufgabenverteilung und fehlende Verantwortlichkeiten
Nicht vorhandene Entwicklungs- und Karriereperspektiven
Mangelnde Anerkennung oder ausbleibendes Feedback
Starke Überlastung, Erschöpfung oder sogar ein Burnout
Fehlende Einarbeitung oder unzureichende Qualifizierung
Schwammige Erwartungen seitens der Führungskraft
Nur wenn Sie den tatsächlichen Auslöser aufspüren, können Sie geeignete Maßnahmen auswählen und einleiten, um zu vermeiden, dass Sie nur Symptome statt Ursachen behandeln.
Viele Low Performer waren früher engagierte Leistungsträger, die ihre Aufgaben motiviert und erfolgreich erledigt haben. Häufig ist die Leistung nicht plötzlich eingebrochen, sondern das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Umso wichtiger ist es, nicht vorschnell zu urteilen, sondern gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Ursachen zu analysieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Druck oder Vorwürfe führen dabei selten zum Erfolg. Deutlich wirksamer ist ein strukturierter Führungsansatz, der Kommunikation, individuelle Förderung und klare Erwartungen miteinander verbindet. Versuchen Sie mit der folgenden Checkliste Schritt für Schritt vorzugehen.
Nicht jede Leistungsschwäche entsteht ausschließlich beim Mitarbeiter. Auch Ihr Führungsverhalten kann dazu beitragen, dass Mitarbeitermotivation und Leistungsbereitschaft sinken.
Zu den häufigsten Führungsfehlern gehören:
Ernsthafte Probleme zu lange ignorieren
Vorrangig Defizite statt Stärken betrachten
Unklare Erwartungen formulieren
Ausschließlich negatives Feedback geben
Einzelne Mitarbeiter öffentlich kritisieren
Fehlende Konsequenz nach Zielvereinbarungen zeigen
Unrealistische Ziele setzen
Keine Entwicklungsmöglichkeiten anbieten
Wer diese Fehler vermeidet und frühzeitig das persönliche Gespräch sucht, erhöht die Chancen deutlich, dass aus einem Low Performer im Team wieder ein engagierter Leistungsträger wird.
Nicht jede anhaltende Minderleistung rechtfertigt automatisch eine Kündigung. Nach § 1 Abs. 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) muss eine Kündigung sozial gerechtfertigt sein. Der Arbeitgeber muss darlegen, dass die Arbeitsleistung über einen längeren Zeitraum erheblich hinter den berechtigten Erwartungen beziehungsweise vergleichbarer Arbeitnehmer zurückbleibt, zum Beispiel durch:
Dokumentierte Mitarbeitergespräche
Klare Zielvereinbarungen
Klare Zielvereinbarungen
Angebotene Unterstützungsmaßnahmen
Regelmäßiges Feedback
Wirksame Abmahnung
Erst wenn diese Maßnahmen keine nachhaltige Verbesserung bewirken und die Minderleistung weiterhin besteht, kann eine verhaltens- oder personenbedingte Kündigung im Einzelfall in Betracht kommen. Da die rechtlichen Voraussetzungen komplex sind, sollten Führungskräfte ihre Personalabteilung und gegebenenfalls juristischen Rat frühzeitig einbeziehen.
Das Ziel moderner Mitarbeiterführung sollte es jedoch nicht sein, Low Performer möglichst schnell zu kündigen. Vielmehr sollte es darum gehen, Potenziale zu erkennen, Leistung zu fördern und nur dann arbeitsrechtliche Konsequenzen einzuleiten, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.
Der Begriff High Performer wird häufig als Gegenstück zum Low Performer verwendet, wobei High Performer überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen, Verantwortung übernehmen und Veränderungen aktiv vorantreiben.
Allerdings besteht bei diesen beiden gegensätzlichen Begriffen schnell die Gefahr, Mitarbeiter ausschließlich anhand ihrer aktuellen Leistung in Kategorien einzuteilen. Jedoch ist Leistung keine statische Eigenschaft, sondern verändert sich im Laufe eines Berufslebens und das auch mehrmals. Ein heutiger Low Performer im Team kann nach einer erfolgreichen Einarbeitung, einer passenden Weiterbildung oder einer veränderten Aufgabe wieder zu einem wertvollen Leistungsträger werden, wohingegen umgekehrt ein High Performer in einer Phase hoher Belastung vorübergehend an Leistungsfähigkeit verliert.
Erfolgreiche Führungsarbeit zeichnet sich deshalb vor allem dadurch aus, nicht vorschnell zu bewerten, sondern individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und auch anzubieten.
Ein Low Performer im Team stellt jede Führungskraft vor Herausforderungen. Gleichzeitig bietet jede Leistungsschwäche auch die Chance, genauer hinzusehen und die tatsächlichen Ursachen zu verstehen. Oft sind fehlende Orientierung, unklare Erwartungen oder mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten ausschlaggebend – nicht ein mangelnder Wille.
Erfolgreiche Führung bedeutet deshalb, Leistung transparent anzusprechen, gemeinsam realistische Ziele zu entwickeln und Mitarbeiter konsequent auf ihrem Weg zu begleiten. Erst wenn alle geeigneten Maßnahmen ausgeschöpft wurden und sich trotzdem keine Verbesserung einstellt, sollten Sie arbeitsrechtliche Konsequenzen prüfen. Wer schwierige Führungssituationen professionell meistert, stärkt nicht nur einzelne Mitarbeiter, sondern das gesamte Team.
Tipp: Wenn Sie den professionellen Umgang mit Leistungsschwächen, Konflikten oder schwierigen Mitarbeitergesprächen vertiefen möchten, nutzen Sie das Management Circle Seminar „Unbequeme Führungsaufgaben meistern“ oder eine andere Weiterbildung zum Thema Führungskompetenz.
1. Was ist ein Low Performer?
Ein Low Performer ist ein Mitarbeiter, dessen Arbeitsleistung über einen längeren Zeitraum deutlich hinter den vereinbarten Erwartungen zurückbleibt. Einzelne schwächere Phasen oder vorübergehende Leistungseinbrüche zählen nicht dazu.
2. Woran erkennt man einen Low Performer?
Typische Anzeichen sind dauerhaft verfehlte Ziele, sinkende Arbeitsqualität, fehlende Eigeninitiative, wiederkehrende Fehler und eine geringe Lern- oder Veränderungsbereitschaft.
3. Was unterscheidet einen Low Performer von einer vorübergehenden Leistungsschwäche?
Eine temporäre Leistungsschwäche entsteht häufig durch Belastungen oder außergewöhnliche Situationen und verbessert sich nach angemessener Unterstützung wieder. Low Performance besteht dagegen über einen längeren Zeitraum.
4. Was sind die häufigsten Ursachen für Low Performance?
Zu den häufigsten Ursachen für Low Performance zählen starke Über- oder Unterforderung, fehlendes Feedback, unklare Erwartungen, Konflikte im Team, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten, gesundheitliche Belastungen oder eine unzureichende Einarbeitung.
5. Wie motivieren Führungskräfte Low Performer?
Low Performer im Team motivieren Sie durch offene Gespräche, individuelle Förderung, klare Ziele, regelmäßiges Feedback, passende Weiterbildungsmöglichkeiten und eine wertschätzende Führung.
6. Wann ist eine Abmahnung wegen schlechter Leistung möglich?
Eine Abmahnung kommt in Betracht, wenn ein Mitarbeiter seine arbeitsvertraglichen Pflichten schuldhaft verletzt und trotz klarer Hinweise keine Verbesserung zeigt. Sie sollte jedoch sorgfältig dokumentiert und arbeitsrechtlich geprüft werden.
7. Wann kann ein Low Performer gekündigt werden?
Eine Kündigung von Low Performern ist nur unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen möglich.
Nutzen Sie die 20 praktischen Tipps, um sich im Führungsalltag souverän zu positionieren, Akzeptanz bei Ihrem Team zu gewinnen und Ihre gemeinsamen Ziele auch wirklich erreichen zu können.

Als Content- und SEO-Expertin mit über 14 Jahren Berufserfahrung gestaltet Martina Eckermann seit dem Startschuss 2017 den Management Circle Blog mit. Ihr Herz schlägt für Themen, die Führung neu denken und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag beleuchten. In ihren Artikeln kombiniert sie kreative Inhalte mit analytischem Tiefgang – von Whitepapern bis hin zu Trendanalysen. Sie verfasst regelmäßig Artikel, die auf fundierter Recherche und Experteninterviews basieren. Dabei ist sie stets auf der Suche nach frischen Impulsen und Entwicklungen, die Führungskräften echte Orientierung im Business-Alltag bieten.
Zum Profil
Kommentare
Keine Kommentare