Resilienztraining für Führungskräfte – so erhöhen Sie Ihre Belastbarkeit

14. April 2022
Führungskompetenz
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Der Terminkalender füllt sich, der Druck von oben erhöht sich und die Verantwortung, die Sie als Führungskraft tragen, nimmt stetig zu. All diese Dinge sind in unserer dynamischen Arbeitswelt für Sie vermutlich nicht neu, oder? Aber wünschen Sie sich nicht auch, dass Sie damit entspannter, ja widerstandsfähiger, umgehen könnten? Resilienz ist hier der Schlüssel zum Erfolg! Diese heute so wichtige Führungskompetenz lässt Sie mit Druck, Veränderungen und Unsicherheit konstruktiv umgehen. Sie bleiben widerstandsfähig und damit leistungsfähig.

Petra Passoth, Inhaberin von freischwimmen in Berlin, arbeitet als systemischer Business Coach und erfahrene Trainerin ganz gezielt mit Führungskräften daran, die eigene Resilienz zu stärken. Wir haben mit der Leiterin unseres Seminars „Resilienztraining für Führungskräfte“ darüber gesprochen, warum Resilienz so wichtig ist, und sie auch um praktische Tipps für Ihren Führungsalltag gebeten.

Petra Passoth

Inhaberin | freischwimmen

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Resilienz als wichtige Führungskompetenz

Frau Passoth, die sogenannte Resilienz gilt als eine der wichtigsten Kernkompetenzen guter Führungskräfte. Warum ist das so?

Hallo Frau Eckermann! Schön, dass wir uns heute treffen, um über das Thema Resilienz bei Führungskräften zu sprechen. Vorab: Wenn wir über Resilienz sprechen, sprechen wir über die individuelle psychische Widerstandskraft. Gerade Führungskräfte erleben heute unter unsicheren und volatilen Verhältnissen viele Situationen, die Stress auslösen. Deshalb sehe ich eine große Bedeutung darin, dass Führungskräfte schneller aus stressigen, anspannenden Situationen wieder in entspannte Haltungen gelangen. So haben sie schneller wieder einen klaren Kopf, um Entscheidungen treffen zu können oder auch, um nicht aus dem Affekt ihre Mitarbeitenden zu führen. Auch sind Führungskräfte durch die Daueranspannung einer Gefahr vom anhaltenden Stress ausgesetzt, was zu einem chronischen Stress und somit zu einem Burnout führen kann. Resilienz bei Führungskräften bedeutet also: Den Kopf frei bekommen ist nicht nur auf der Verhaltensebene, sondern auch auf der körperlichen Ebene relevant.

 

Wie kann Resilienz im Führungsalltag unterstützen?

Resilienz im Führungsalltag zu implementieren ist nicht schwer, da es nicht zwingend zusätzliche Zeit benötigt. Resilienz fängt häufig mit einem Umdenken an, einer Veränderung des Mindsets. Hierzu gehören zum Beispiel Glaubenssätze, die mich als Führungskraft einengen, blockieren – oder auch antreiben. Oder ein ganz simples Beispiel: Jemand in unserem Umfeld hat eine Entscheidung getroffen, die wir nicht wirklich verstehen, von deren Auswirkungen wir allerdings betroffen sind. Nun gibt es Führungskräfte, die mit den Gegebenheiten arbeiten und es gibt solche, die versuchen, diese Entscheidung anzugehen, sich darüber aufregen und damit sehr schwer arbeiten können. Doch wenn aus der Vogelperspektive darauf geschaut wird, kann die Person an der Entscheidung eigentlich gar nichts mehr ändern– egal ob Aufregung und schlechte Laune oder nicht. Und da kann der zweite Typus von Führungskräften schon von der Resilienz profitieren, das Stichwort heißt Akzeptanz. Und das meint nicht, dass wir als Führungskraft alles hinnehmen sollen, doch bei einigen Dingen lohnt es einfach nicht, Energie zu verschwenden.

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Der Weg zur widerstandsfähigen Führungskraft

Was beinhaltet eine hohe Widerstandsfähigkeit? Wodurch zeichnet sie sich im Alltag aus?

Eine gute Widerstandsfähigkeit bringt aus meiner Sicht mehrere Dinge mit. Zum einen schafft eine widerstandfähige Führungskraft es, den Stress etwas weiter zu sondieren und nicht alles an sich heranzulassen. Auch kann eine gute Widerstandskraft helfen, schneller aus dem Problem in die Lösung zu kommen. Sprich: das problemhafte Denken abzulegen. Eine resiliente Führungskraft kann auch mit dem eigenen Netzwerk arbeiten, weiß, wer wann hilft, wer wann vielleicht zu meiden ist, da mehr Energie gezogen als gegeben wird.

Ich würde ich eine resiliente Person so beschreiben, dass sie die Stellhebel kennt, mit der sie Balance erzeugen kann, zum Beispiel ein gutes Gleichgewicht zwischen stressigen- und „Flow“-Phasen, Anspannung und Entspannung. Und um diese 7 Stellhebel, diese 7 Säulen der Resilienz geht es im Seminar „Resilienztraining für Führungskräfte“: Was verbirgt sich hinter den Schlagworten Zukunfts- und Lösungsorientierung, Akzeptanz, Netzwerk, Optimismus, Verantwortung und Opferrolle? Und was kann ich als Führungskraft aus meinem Verhalten in Bezug auf diese Schlagworte erkennen, ableiten und verändern? Dazu wird es auch einige Übungen geben.

 

Wo sehen Sie die größte Herausforderung?

Gute Frage, denn die Antwort ist simpel und hat es doch in sich. Als erstes fängt es an mit dem Wissen über die Mechaniken, mit dem Verstehen und Umsetzen. Aber die größte Herausforderung ist das Dranbleiben – üben, üben, üben. Sich nicht entmutigen lassen, wenn die alten Verhaltensweisen wieder aufpoppen, gnädig mit sich umgehen, denn wir haben oft einen großen Teil unseres Lebens in alten Mustern gearbeitet. Das bedeutet auch, sich immer wieder bewusst machen: Was hat schon sehr gut oder gut funktioniert?

Praktische Tipps für mehr Resilienz im Führungsalltag

Haben Sie einen Tipp für unsere Leser, um den Weg zu mehr Resilienz hier und heute anzugehen? Welche Technik kann sofort helfen?

Aus dem Portfolio den einen Tipp herauszugreifen ist schwierig, da jede Führungskraft individuell arbeitet und geprägt ist. Doch eine kleine Übung, die ich mir selbst damals als junge Führungskraft gewünscht hätte, wäre folgende gewesen:

 

Das „Then why worry“-Model

Hier geht es darum, sich zu fragen: Hast du ein Problem?

Nein! „Then why worry?“

Oder Ja! Dann: Können Sie etwas verändern?

Nein! „Then why worry?“

Oder Ja! „Then why worry?“

Es hätte mir geholfen, mich seltener zu ärgern und auch zu unterscheiden, wann es Sinn macht, Kräfte zu investieren und wann der „Kampf“ sprichwörtlich gegen Windmühlen geht. Die Übung ist in Sekunden durchgespielt und bedarf keiner zusätzlichen Hilfsmaterialien. Sie kann also perfekt auch in einem Termin eingesetzt werden.


Wie bekommt man die 7 Säulen aber nun in den Alltag integriert?

Grundvoraussetzung ist, den Spaß und die Offenheit zu haben, etwas ändern zu wollen. Und dann gibt es viele kleine Übungen und Gedanken, die in den unterschiedlichsten Situationen helfen umzudenken und etwas zu verändern. Denn die 7 Säulen sind grundsätzlich für die meisten Menschen gar nicht neu, wir benutzen zum Beispiel die Akzeptanz oder unser Netzwerk schon. Ein gutes Instrument, um den Spaß und die Offenheit zu fördern, kann auch das Glückstagebuch sein.

 

Was hat es mit dem Glückstagebuch auf sich?

Hiermit schärfen wir den Blick auf das Positive, auf das, was uns Spaß macht und uns Gutes bringt. Denn Glück hat etwas mit der Säule Optimismus zu tun. Wussten Sie schon, dass für ein gutes Gefühl eine Vielzahl von positiven Erlebnissen benötigt werden, um ein einziges negatives Erlebnis emotional auszugleichen? Mit diesem Wissen hilft es besonders in turbulenten und anstrengenden Zeiten sich das Gute und das Positive bewusst zu machen. Denn damit haben die negativen Erlebnisse viel weniger Macht.

Vielen Dank für das spannende Interview, Frau Passoth!

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