Die neue Rolle als Ausbilder: Digital und motiviert!

13. March 2017
Betriebliche Ausbildung, Personal
0 Kommentare

Welche Ausbildungskonzepte sind heute gefragt, um die junge Generation zu erreichen? Und wie motiviert man intern eigentlich die Ausbilder an sich, wo es doch so viele neue Kompetenzen gibt, die heute eine Rolle spielen? Wir haben zwei Expertinnen aus diesem Bereich befragt: Ausbildungsexpertin Sabine Bleumortier spricht mit uns über die neue Rolle der Ausbilder und verrät Tipps, wie Sie diese motivieren, als Betreuer tätig zu werden. Erfahren Sie außerdem im Video mit Karina Albers, welche neuen Kompetenzen Ausbilder jetzt mitbringen müssen.

Die moderne Rolle eines Ausbilders

Frau Bleumortier, viele sprechen davon, dass sich die Rolle von Ausbildern gewandelt hat. Welche besonderen Kompetenzen und Eigenschaften muss ein moderner Ausbilder denn mitbringen? Unterscheidet sich das von früher?

Die Rolle der Ausbilder hat sich schon gewandelt. Früher bestand die Haupttätigkeit in der Wissensvermittlung. Wenn ein Ausbilder einem Auszubildenden eine Aufgabe übergeben hat, führte der Auszubildende diese im Anschluss aus. Heute möchten Auszubildende noch das Warum und Wieso, also den Sinn einer Tätigkeit, erklärt bekommen. Und sie stellen den Sinn auch durchaus manchmal in Frage.

Zudem wird es aufgrund sehr unterschiedlicher Auszubildender immer wichtiger, individuell auf diese einzugehen. Denken Sie nur an Flüchtlinge, Mütter in Teilzeitausbildung, Schüler, die direkt nach Ihrem Schulabschluss in die Ausbildung starten, oder auch lernschwächere Auszubildende. Hier bedarf es schon weiterer Kompetenzen auf Seiten der Ausbilder. Von der Digitalisierung, die im Moment auch in der betrieblichen Ausbildung Thema ist, mal ganz zu schweigen. Neben allen fachlichen und sozialen Kompetenzen bedarf es beim Ausbilder Freude am Umgang mit den Auszubildenden, Aufgeschlossenheit für neue didaktische Konzepte, die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, und Begeisterungsfähigkeit. Hier sind authentische Vorbilder gefragt.

Die Ausbildung soll Spaß machen, herausfordernde Aufgaben bieten und ein gutes Betriebsklima.


S. Bleumortier, selbständige Trainerin und Beraterin

Erwartungen der Generation Z an die Ausbildung

Frau Bleumortier, welche Erwartungen haben junge Menschen heute an die Arbeit?

Die Ausbildung soll Spaß machen, herausfordernde Aufgaben bieten und ein gutes Betriebsklima. Das wünschen sich Auszubildende. Dabei ist den typischen Vertretern der Generation Z (ab etwa 1995 geboren) eine sinnvolle Aufgabe wichtig. Ebenso möchten diese vom ersten Tag der Ausbildung an wertgeschätzt und im Betrieb integriert werden. Für gute Arbeit wird entsprechende Entlohnung erwartet. Und ein Ausbilder sollte als Ansprechpartner für Fragen und zur Unterstützung auf alle Fälle vorhanden sein.

Feste Arbeitszeiten sind übrigens wieder gefragt, da die junge Generation zwischen Beruflichem und Privatem trennt und klare (vorhersehbare) Strukturen bevorzugt. Letztere verschaffen Sicherheit in Zeiten der Unsicherheit.

 

Können Sie unseren Lesern kurz schildern, was ein modernes Ausbildungskonzept ausmacht, das bei den jungen Menschen auch „ankommt“?

Ein modernes Ausbildungskonzept nimmt auf die Bedürfnisse und Erwartungen von jedem einzelnen Auszubildenden Rücksicht. Standard ist out, könnte man fast sagen. Ausbildungsphasen werden individuell an die Auszubildenden angepasst und mit ihnen besprochen. Das kann dann sogar dazu führen, dass Auszubildende ihre Ausbildungsstationen selbstständig planen.

Ich bezeichne die modernen Konzepte gerne als Mitmachausbildung, in denen die Auszubildenden möglichst viel eigenständig gestalten und mitgestalten können, in Projekten und Workshops. Dies kann die betriebliche Ausbildung betreffen oder Projekte in jedem anderen Fachbereich.

Gute Ausbilder motivieren und gewinnen

Ist die Suche nach geeigneten Ausbildern heute eine besondere Herausforderung? Und könnten Sie unseren Lesern ein paar Tipps geben, wie sie das am geschicktesten angehen können?

Das ist durchaus oft eine Herausforderung. Nicht jeder angesprochene Mitarbeiter schreit sofort „Hurra“, wenn er die Betreuung eines Auszubildenden in seiner Abteilung übernehmen darf. Und das ist auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass der Stellenwert der Funktion des Ausbilders in manchen Betrieben nicht sehr hoch ist und Vorgesetzte teilweise auch nicht unterstützen. „Den Azubi betreuen Sie doch so nebenbei“ ist eine Aussage, die viele Mitarbeiter von ihrer Führungskraft hören. Da fehlt es an Wertschätzung für diese sehr verantwortungsvolle Aufgabe der ausbildenden Fachkräfte, ohne die eine betriebliche Ausbildung übrigens überhaupt nicht funktionieren würde.

Daher hier ein paar Tipps, wie die Azubibetreuer motiviert und mehr Wertschätzung bekommen können:

Überreichen Sie den (neu) benannten Ausbildern eine Ernennungsurkunde auf der nächsten Mitarbeiterversammlung und zeigen Sie damit ganz offiziell Wertschätzung für diese Tätigkeit.

Informieren Sie ausbildende Fachkräfte gleich zu Beginn über ihre genauen Aufgaben und Verantwortungsbereiche in der Azubibetreuung und übergeben diese Information zusätzlich schriftlich. Veranstalten Sie regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch und ermöglichen Sie den Mitarbeitern die Teilnahme an Seminaren für Azubibetreuer zur persönlichen Weiterentwicklung und -qualifizierung.

Digitale Kompetenzen für Ausbilder

Die Digitalisierung ist bereits heute aus dem Bildungsbereich nicht mehr wegzudenken. Gerade Ausbilder brauchen digitale Kompetenzen, denn auch die Arbeitswelt wird immer digitaler. Karina Albers hat deswegen eine klare Botschaft an alle Ausbilder: Das Smartphone ist erst der Anfang. Und: Soziales und kollaboratives Lernen sind die didaktische Innovation für die nächsten 10 Jahre.

Erfahren Sie jetzt im Video von der Expertin, wie es um die digitalen Kompetenzen für Ausbilder steht und welche Methoden und Tools Sie für Ihre Auszubildenden auf jeden Fall nutzen sollten. 

Generation Z in der Ausbildung

Die Generation Z stürmt auf den Arbeitsmarkt! In diesem Download erhalten Sie praktische Tipps, wie Sie mit der neuen Generation richtig umgehen und auf welche Herausforderungen Sie sich zukünftig einstellen sollten – inklusive passender Methoden, um Ausbildungsinhalte spielerischer und nachhaltiger zu vermitteln. 

Gefällt Ihnen, was Sie lesen? Teilen Sie diesen Beitrag oder hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich

Die Management Circle AG mit Sitz in Eschborn im Taunus ist spezialisiert auf die berufliche Weiterbildung in Form von Seminaren, Konferenzen und Kongressen für Fach- und Führungskräfte.

© Management Circle 2020