Ihr BWL-Lexikon: Controlling & Co. einfach erklärt

12. November 2019
Controlling, Sekretariat & Assistenz, Soft Skills
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Sie kennen das sicher: Ihr Chef wirft im Meeting mit BWL-Begriffen um sich, die Sie zwar ständig hören, aber ehrlich gesagt nicht wirklich wissen, was dahintersteckt. Klar, Sie könnten Ihren Chef oder Ihre Kollegen fragen, was es damit auf sich hat, aber natürlich wollen Sie sich nicht die Blöße geben. 

Wir helfen Ihnen, einen Überblick im Begriffs-Dschungel der BWL zu gewinnen.  

Die BWL-Grundlage: Angebot, Nachfrage & Preisbildung

Im Kern lassen sich die meisten Wettbewerbsentscheidungen eines Unternehmens auf das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage am Markt herunterbrechen. Im Normalfall gilt, wie man es für logisch hält: Steigt das Angebot und bleibt die Nachfrage nach einem Gut gleich, so sinkt der Preis – und umgekehrt: Bei sinkendem Angebot und gleichbleibender Nachfrage steigt der Preis.  

Zur Verdeutlichung kann man hier beispielsweise die Ernte heranziehen. Bei einer reichhaltigen Ernte von Kartoffeln sinkt deren Preis, da eine große Menge des Gutes vorhanden ist und keine Verknappung droht. War die Ernte hingegen schlecht und hat nur eine geringe Menge Kartoffeln hervorgebracht, wird deren Preis steigen, da das Gut knapp ist. Sie sehen also, dass beide Seiten eines Marktes, Angebot und Nachfrage, den Preis bestimmen.  

An dem Punkt, wo sich Angebot und Nachfrage schneiden, ist der Markt im Gleichgewicht. Es bildet sich der gleichgewichtige Preis.  

Vorsicht: Dieses theoretische Modell ist nur in einem vollkommenen Markt möglich, der in der Realität nicht existiert. Ein vollkommener Markt setzt voraus, dass

Volle Markttransparenz besteht,

Die angebotenen Güter gleichartig sind,

Die Marktteilnehmer keine Präferenzen haben,

Die Marktteilnehmer sofort auf Änderungen der Marktvariablen reagieren.

Was steckt hinter diesen BWL-Abkürzungen?

ROS 

Der Return on Sales (ROS) ist in Deutschland besser als Umsatzrentabilität oder Umsatzrendite bekannt. Diese Kennzahl beschreibt das Verhältnis des Gewinns zum Umsatz. Der in Prozent ausgedrückte Return on Sales gilt als Maßstab für die Effizienz eines Unternehmens. 

Return on Sales = Gewinn / Umsatz 

ROI 

Der Return on Investment (ROI) misst – vereinfacht gesagt – das Verhältnis zwischen Investition und Gewinn. Der ROI wird häufig als Synonym für Gesamtkapitalrentabilität verwendet, dabei ist er eindeutig die umfassendere Bezeichnung. Mit ihm wird nicht nur die Kapitalrendite eines ganzen Unternehmens gemessen, sondern auch die Renditen einzelner Investitionen und Projekte.  

EBIT 

EBIT steht für Earnings before Interest and Taxes, also dem Ergebnis vor Verzinsung und Versteuerung. Bei dieser wirtschaftlichen Kennzahl werden als Steuern von Einkommen und Ertrag sowie der Aufwandsposten Zinsen nicht berücksichtig.  

Mit dem EBIT kann die Ertragskraft internationaler Unternehmen, beispielsweise Tochterunternehmen eines Konzerns, verglichen werden, auch wenn sie durch andere Steuersätze belastet werden.  

ROCE 

Die Abkürzung ROCE steht für Return on Capital Employed, also vereinfacht: Das Ergebnis auf das eingesetzte Kapital.  

ROCE = EBIT / eingesetztes Kapital 

Nur langfristiges Kapital wird bei dem ROCE als eingesetztes Kapital betrachtet. Dieses besteht aus Eigenkapital sowie langfristigem Fremdkapital, wie zum Beispiel Anleihen oder Bankdarlehen.  

Da beim ROCE das Ergebnis der EBIT verwendet wird, handelt es sich hierbei um eine Vorsteuerrendite. Damit gilt der ROCE neben dem ROI als Maßstab für die Kapitalrendite einer Firma.  

Stakeholder

Stakeholder sind Personengruppen, die ein Interesse am Ausgang eines Projektes oder eines Unternehmens haben. Diese können in interne (zum Beispiel Mitarbeiter) und externe Stakeholder (zum Beispiel Lieferanten) unterschieden werden.   

Corporate Social Responsibility (CSR)

CSR beschreibt, dass Unternehmen Verantwortung für Ihr Handeln tragen müssen. Hierbei stehen vor allem die Auswirkungen des Handels auf die Umwelt und die Gesellschaft im Vordergrund. Setzt ein Unternehmen beispielsweise bei der Produktion auf regionale Rohstoffe, so beeinflusst dies die Umwelt positiv dadurch, dass lange Transportwege vermieden und somit weniger CO2 ausgestoßen wird. Auch die Gesellschaft profitiert davon: Die regionale Wirtschaft wird gestärkt.  

Controlling

Es herrscht kein Konsens über die Definition von Controlling und daher ist auch das Berufsbild eines Controllers nicht eindeutig festgelegt. Anders als erwartet, bezieht sich das Controlling aber nicht auf seine Wortdefinition des Kontrollierens, sondern auf das Steuern. Die jüngste Definition besagt, dass Controlling eine Rationalitätssicherung der Führung darstellt. Ein Controller soll demnach verhindern, dass die Ist-Rationalität von der Soll-Rationalität abweicht. Der Controller hat einen Überblick über alle Finanzvorgänge und kann daher frühzeitig bei Fehlentwicklungen eingreifen. 

Was genau macht ein Controller eigentlich?

Oft ist es nicht nur eine Position, sondern eine gesamte Abteilung, die sich um das Controlling kümmert. Die dort erhobenen Daten werden zu Berichten verarbeitet, die jederzeit Auskunft über Gewinn und Verlust, Rentabilität und Wert des jeweiligen Unternehmens geben können. Diese Daten und Berichte werden laufend erhoben, sodass beispielsweise Gewinneinbrüche sofort erkannt werden können.  

Der Controller ist somit als Berater für die Geschäftsleitung tätig, der betriebswirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt, die nötigen Daten zu aussagekräftigen Informationen verarbeitet und diese verständlich aufbereitet. Das Controlling ist also ein wichtiges Steuerungsinstrument im Unternehmen.  

Revision

Die Revision wird häufig mit dem Controlling verwechselt. Das ist auch nicht überraschend, da auch hier die Geschäftsführung unterstützt wird. Man unterscheidet zwischen interner und externer Revision.  

Die interne Revision ist vom Tagesgeschäft unabhängig und primär vergangenheitsorientiert. Der Revision kommt die Aufgabe zu, die Ordnungsmäßigkeit, Effektivität sowie Sicherheit und Effizienz sämtlicher Aktivitäten der Unternehmensbereiche zu gewährleisten. Beim Controlling steht hingegen der Management-Service im Vordergrund. Die interne Revision und das Controlling ergänzen sich somit, da der Controller Systeme schafft und die Revision die gestalteten Systeme (über)prüft.  

Die externe Revision bei der ein unternehmensexternes Prüfungsorgan den Jahresabschluss eines Unternehmens im Hinblick auf den Aktionärs- und/oder Gläubigerschutz prüft.  

Wirtschaftsprüfung

Während das Controlling und die Revision unternehmensintern durchgeführt werden, handelt es sich bei der Wirtschaftsprüfung um eine externe Prüfung der Finanzberichterstattung, insbesondere der Jahresabschlussprüfung. Diese Prüfung kann nur durch zulässige Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer durchgeführt werden. Es wird also kontrolliert, ob die Finanzberichte korrekt durchgeführt wurden. Diese Prüfung ist relevant für alle Unternehmen, die aufgrund ihrer Unternehmensgröße oder Rechtsform zur Bilanzierung und doppelten Buchführung verpflichtet sind.  

Cash Flow

Der Cash Flow stellt während einer Abrechnungsperiode wie zum Beispiel dem Geschäftsjahr oder Quartal, den Mittelzufluss oder -abfluss dar. Es handelt sich dabei um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die Fragen beantwortet, wie:

Wie viel Geld (Achtung: Nicht wie viel Gewinn!) wurde erwirtschaftet?

Wie hoch ist der Saldo aus Ein- und Auszahlungen?

Aus dem Cash Flow geht hervor, wie groß der Finanzierungsspielraum eines Unternehmens ist. Je größer der Cash Flow ist, desto höher ist auch das Eigenkapital des Betriebs. 

Bei einem negativen Cash Flow hat das Unternehmen kein Geld erwirtschaftet, sondern Geld in das (operative) Geschäft investiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um einen Verlust des Geldes handelt: Es kann zum Beispiel in Forderungen geflossen sein.  

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