Burnout vorbeugen – wichtige Zahlen, Fakten und Tipps für Ihren Alltag!

07. January 2020
Führungskompetenz, Pharma & Gesundheit, Soft Skills
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Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Depression und einem Burnout? Woher wissen Sie eigentlich, ob Sie bereits unter einem von beiden leiden? Wann ist es „nur“ Alltagsstress und wann wird es gefährlich? Und wie entstehen solche psychischen Erkrankungen überhaupt? 

Sie sehen, wenn es um Stress in Verbindung mit psychischen Erkrankungen geht, herrscht viel Unsicherheit. Vielleicht geht es Ihnen auch so? Wir bringen Licht ins Dunkle. Lesen Sie in diesem Beitrag, was ein Burnout wirklich ist, welche Symptome sich bemerkbar machen, wie viele Menschen darunter leiden und vor allem: Wie Sie einem Burnout vorbeugen! Die wichtigsten Zahlen, Fakten und Tipps haben wir für Sie zusammengefasst – inklusive praktischer Infografik für Ihren Alltag!  

Das Mysterium Burnout – was sich dahinter verbirgt

Wer kennt das nicht: Wenn sich die Projekte im Büro häufen, der Druck durch den Vorgesetzten größer wird, privat die Planung der nächsten Familienfeier ansteht und auch noch der Verein in Ihnen den nächsten Vorsitzenden sieht, dann macht sich irgendwann das Gefühl des Ausgebranntseins bemerkbar – also die körperliche und mentale Erschöpfung. Kaum jemand wird das nicht kennen. Schließlich hat jeder mal Zeiten, in denen viel los ist. Beruhigt sich die Arbeitssituation oder ist die Familienfeier geschafft, kehrt oftmals auch wieder Ruhe ein. Vielleicht hilft auch das bevorstehende Wochenende oder einige Tage Urlaub, um neue Kraft zu tanken. Stress kommt und geht in Zyklen. 

Gefährlich wird es, wenn das Gefühl des Ausgebranntseins dazu führt, dass die Leistungsfähigkeit oder gar die Lebensbewältigung beeinträchtigt wird. Denn das bedeutet, dass wir nicht mehr nur körperlich und geistig erschöpft sind, sondern auch emotional! Diese Reaktion auf andauernden Stress und dauerhafte Überlastung wird als Burnout bezeichnet – und zum Glück können Sie einem Burnout vorbeugen! 

Sie können sich anhand dieser Beschreibung aber sicher vorstellen, warum die Verwendung des Begriffs Burnout oft so heikel ist. Irgendwie beschreibt er nur ein Gefühl und das eindeutig erkennen und bewerten zu können, ist nicht leicht. Kein Wunder also, dass Burnout zwiegespalten gesehen wird und viele Vorurteile bestehen. Hinzu kommt: Burnout ist keine anerkannte Krankheit! Doch ein Burnout wird verständlicher, wenn man versucht es von der Depression abzugrenzen. 

Burnout vs. Depression – wo der wahre Unterschied liegt

Auch wenn es oft gleichgesetzt oder verwechselt wird, Burnout und Depression sind nicht dasselbe!

Wir haben die beiden Begrifflichkeiten gegenübergestellt: 

Definition

Burnout: 

Als Burnout wird in der Psychologie das Syndrom des Ausgebranntseins, also der völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung bezeichnet. 

Depression: 

Als Depression wird in der Medizin eine seelische Erkrankung bezeichnet, die sich unter anderem durch eine tiefe Niedergeschlagenheit ausdrückt. 


Symptome

Burnout: 
Ein Burnout äußert sich durch Erschöpfung, Leistungsabfall, Distanziertheit, ein Gefühl fehlender Anerkennung und Wertschätzung, Energie- und Schlafmangel, Infektionsanfälligkeit, psychosomatische Beschwerden und/oder Depressionen. 

Depression: 
Eine Depression äußert sich durch eine tiefe Niedergeschlagenheit, innere Leere, Interessenverlust, Vernachlässigung von sozialen Kontakten, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifel, Konzentrationsstörungen und/oder Müdigkeit. 


Ursachen

Burnout: 
Gründe für ein Burnout können Stress, Überforderung, Perfektionismus, der Wunsch nach Anerkennung, übertriebener Ehrgeiz und/oder die Angst vor dem Jobverlust sein. 

Depression: 
Gründe für eine Depression können genetische Einflüsse, ein gestörter Noradrenalin- oder Serotoninspiegel im Gehirngewebe, körperliche Erkrankungen, Stress, eine schwach ausgeprägte Resilienz (Widerstandsfähigkeit), traumatische Erlebnisse, Missbrauch, Vernachlässigung und/oder die hohe Belastung sein. 


Folgen

Burnout: 

Unternehmen die Betroffenen nichts, führt ein Burnout zunehmend zu Frustration, Unpünktlichkeit, einem Widerwillen gegen die Arbeit, fehlender Empathie, emotionaler Kälte, Zynismus, Ungeduld, Angstzuständen, Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und/oder Depressionen. 

Depression: 

Bleibt eine Depression unerkannt oder unbehandelt, kann diese chronisch werden und auch die Suizidgefahr steigt! 

Sie konnten es vielleicht schon herausgelesen: Ein Burnout kann sich durch eine Depression äußern, sodass die Depression also eine Folgeerscheinung des Burnouts sein kann – muss sie aber nicht! Damit es erst gar nicht zu dieser Erkrankung als Stressfolge kommt, ist es zum einen wichtig, dass Sie die genannten Symptome rechtzeitig bei sich oder anderen erkennen. Zum anderen sollten Sie auch wissen, wie Sie einem Burnout vorbeugen können. 

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch – warum das alarmierend ist

Die Bedeutung der Themen Burnout, Depression oder allgemein der psychischen Erkrankungen für den Arbeitsalltag darf nicht heruntergespielt werden. Denn es leiden mehr Menschen darunter, als man sich vielleicht vorstellen mag.  

Laut dem DAK Gesundheitsreport 2019 lag der Krankenstand im Jahr 2018 insgesamt bei 4,2 Prozent, 2015 noch bei 4,1 Prozent. Fast jeder zweite von der DAK Befragte war also von Krankheit betroffen, genauer gesagt legten 48,6 Prozent eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor. Die Krankheitsdauer betrug 2018 im Schnitt 12,6 Tage – und mehr als die Hälfte aller Krankheitstage (52,1 Prozent) entfallen auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (20,9 Prozent), des Atmungssystems (29,5 Prozent) und der Psyche (15,2 Prozent). Auch wenn der Anteil der psychischen Erkrankungen im Vergleich zu 2015 (16,2 Prozent) gesunken ist, bleiben die Zahlen alarmierend! 

Psychische Erkrankungen gehören laut dem DAK Gesundheitsreport 2019 nicht nur immer noch zu den häufigsten, sondern vor allem auch zu den kostenintensivsten. Denn Sie dauern durchschnittlich 33,7 Tage – während Muskel-Skelett-Erkrankungen im Schnitt nur 18,7 und die des Atmungssystems sogar nur 6,9 Tage dauern. Psychische Erkrankungen gehören damit zur Hauptursache für Langzeitarbeitsunfähigkeit und Krankengeldzahlungen, welche von den Krankenkassen nach der betrieblichen Lohnfortzahlung übernommen werden – das macht ungefähr ein Viertel des Krankengeldes aus. Im Jahr 2016 waren das rund 2,9 Milliarden Euro!  

Die meisten Fehltage im Bereich der psychischen Erkrankungen werden aufgrund von Depressionen verursacht, gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen und weiteren Einzeldiagnosen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht sogar noch einen Schritt weiter und attestiert, dass Depressionen und affektive Störungen 2020 weltweit die zweithäufigste Todesursache sein könnten.  

Auch das verdeutlicht, wie ernst wir das Thema Depression und damit als mögliche Vorstufe das Burnout nehmen müssen! 

Stress in unserem Körper – was eine Expertin darüber denkt

Dr. Edda Jaleel von der Akademie für Integrative Gesundheitsförderung erklärte uns vor einiger Zeit eindrucksvoll, was bei Stress eigentlich in uns vorgeht – genauer gesagt, in unserem Gehirn: Das hippocampale Volumen des Gehirns sowie die Kortexleistung nehmen unter Stress ab, die Amygdala hingegen wächst. Die Folge davon ist, dass wir panisch werden und Angst bekommen. Und das führt wiederum zu Kurzschlussreaktionen. Der neurobiologische Prozess sorgt in der Konsequenz für affektgesteuertes Reagieren, Gereiztheit und unbeherrschtes Handeln. 

Unsere Psyche stehe dabei laut der Expertin mit dem Gehirn in direkter Verbindung zu unserem Körper. Die Signale unseres Körpers gelangen ins Gehirn und lösen Gefühle aus, und das eben auch bei Stress. Durch Konzentrations- und meditative Übungen können die Emotionen neu gesteuert werden. Die Ausschüttung von Stresshormonen wird reduziert und das Stressempfinden sinkt. Meditative Techniken schärfen also den Verstand und stärken unsere Stresstoleranz. 

Doch anstatt auf diese Techniken zu setzen, greifen viele Stressgeplagte zu anderen Mitteln. Dr. Edda Jaleel hat vor einigen Jahren auf unserer Konferenz Intuition und Meditation mit alarmierenden Worten beschrieben, wie unsere Gesellschaft versucht, Belastungen zu kompensieren: Häufig werde als erste Anti-Stress-Maßnahme auf Medikamente, Alkohol und andere Suchtmittel zurückgegriffen! 

Die Neuro- und Präventionswissenschaftlerin ist überzeugt, dass es bessere Wege gibt, um dem Stress Herr zu werden – und wir auch! Daher empfehlen wir Ihnen im Folgenden praktische Tipps, mit denen Sie Stress abbauen und damit einem Burnout vorbeugen! 

Dem Burnout vorbeugen – was Sie in Ihrem Alltag verändern sollten

Gönnen Sie sich ausreichend Pausen 
Kein Mensch kann 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr volle Power geben. Sie müssen Zeit zum Regenieren haben. 

Genießen Sie Ihren Feierabend 
Auch dies ist eine wohlverdiente Pause, auf die Sie auf keinen Fall verzichten sollten. Wie kommen Sie sonst zu ausreichend Schlaf und damit neuer Kraft? 

Treiben Sie Sport 
Bewegung ist eine tolle Möglichkeit, den Kopf freizubekommen, Dampf abzulassen, die Anstrengungen zu vergessen und damit auch, um einem Burnout vorbeugen zu können! 

Machen Sie Yoga 
Diese Sportart legen wir Ihnen wärmstens ans Herz, denn Sie trainiert nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Seele – und damit Ihre mentale Fitness, die Sie vor Stress schützt. 

Erstellen Sie sich einen Zeitplan 
Bleiben Sie realistisch und machen Sie sich für jeden Tag einen Zeitplan. So vergessen Sie nichts, überfordern sich aber auch nicht, weil Ihnen ständig etwas Neues in den Kopf kommt. 

Essen Sie gesunde Lebensmittel 
Wir haben bereits darüber berichtet, welche Lebensmittel wahre Wunderwaffen gegen Stress sind und auf welche Nährstoffe Sie nicht verzichten sollten, um entspannt zu bleiben. 

Trinken Sie grünen Tee statt Kaffee 
Beide Getränke enthalten Koffein und machen wach – aber der Körper schüttet daraufhin das Stresshormon Cortisol aus. Grüner Tee „reagiert“ jedoch darauf und reduziert Stress. 

Eliminieren Sie Stressfaktoren 
Gehen Sie in sich! Was stresst Sie so richtig? Brauchen Sie das in Ihrem Alltag wirklich? Verbannen Sie es einfach aus Ihrem Tagesablauf und es wird Ihnen direkt besser gehen. 

Schreiben Sie Ihre Ziele auf 
Ziele lassen sich leichter verfolgen und verursachen weniger Stress, wenn man Sie vor Augen hat – und Sie nicht plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Platzieren Sie diese also sichtbar! 

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