What's next? – Welche Veränderungen der Handel nach der Pandemie meistern muss

28. June 2021
Handel
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Eine in Deutschland noch nie dagewesene Situation hat die Handelslandschaft seit dem Ausbruch von Covid-19 kräftig durcheinandergewirbelt. Dies hat gezeigt, dass Gewinnende und Verlierende im Handel nah beieinander liegen – von verwaisten Innenstädten bis hin zum boomenden Online-Handel.

Soweit nichts neues, doch welche Veränderungen kommen dadurch nach der Pandemie auf den Handel zu? Welche Konzepte sollten in Zukunft verfolgt werden und worauf müssen Sie sich einzustellen? Donata von Rundstedt, Expertin & Business Trainerin für Category Management bei Customer Spotlight, gibt im folgenden Beitrag Antworten auf diese spannenden Fragestellungen.

Alltagseinkauf und Erlebnis müssen sich besser miteinander verbinden

Eines ist klar – über die genannten Fragen werden allein die Konsumierenden entscheiden, mit ihrem Einkaufsverhalten sowie ihrer Budgetverteilung auf die einzelnen Kanäle und Branchen.

Ein Jahr Online-Shopping und eine Vielzahl an kreativen Lösungen – wie zum Beispiel Call & Collect oder Click & Meet – liegen hinter uns, mit unzähligen überfüllten Papiertonnen und dem Kampf um die Entsorgung der Verpackungsflut. Und doch ist es so schön einfach: Gesucht, bestellt, geliefert. Für eine Vielzahl an Produkten und Produktgruppen – die typischerweise eher geplanten Käufe – ist und bleibt es die bequemste Form des Shoppings. Was kommt dabei zu kurz? Die Emotion. Die Interaktion. Das Fühlen, das Erleben, das Begeistern. Das Persönliche. Verbrauchende machen sich auf den Weg in ein Geschäft, um sich inspirieren zu lassen, sich fallen zu lassen und überrascht zu werden.

Der stationäre Handel muss also aufwachen und mit neuen Anlässen sowie emotionaler Gestaltung den Verbrauchenden das geben, was sie möchten. Das fängt bei der eigentlich selbstverständlichen Freundlichkeit an, bei einer Beratung, die Kunden und Kundinnen mit ihren Wünschen ins Zentrum stellen, einer Shop-Gestaltung, welche intuitiv ist sowie Kategorien und Produkte leicht auffindbar macht – und hört bei der Nutzung von digitalen Touchpoints im After-Sales noch lange nicht auf.

Der stationäre Handel losgelöst vom reinen Online-Handel gehört der Vergangenheit an. Verbrauchende möchten eine Consumer Journey, die sowohl den klassischen notwendigen Alltagseinkauf als auch das emotionale Erlebnis miteinander verbindet.

Der Handel braucht nach der Pandemie eine ganzheitlich neue Denkweise

Für einfache zukunftsfähige Lösungen muss der Handel nach der Pandemie Veränderungen vornehmen – zum Beispiel:

Sinnvolles Crowdshipping:
Das nun etablierte und von den Verbrauchenden angenommene Click & Collect durch die Anbindung von Crowdshipping-Lösungen noch interessanter machen. Jeder kann eine bestellte Ware abholen und ausliefern – ähnlich dem Geschäftsmodell von Uber. Diese Ansätze gab es bereits in der Vergangenheit – doch vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Besseres Verpackungsmanagement:
Paketlieferungen mit der Mitnahme von Kartonage verbinden – ähnlich wie es im Bereich der Getränkelieferungen mit dem Pfand bereits getätigt wird.

Echte Mehrwerte:
Stationäres Bummeln mit den grenzenlosen Möglichkeiten der digitalen Welt wie beispielsweise Geo-Targeting kombinieren, um einen echten Mehrwert für Wunschkunden und -kundinnen zu generieren.

Digitale Vertriebskanäle:
Traditionsreiche Unternehmen und etablierte Einzelhändler und -händlerinnen müssen sich den neuen Touchpoints und digitalen Vertriebskanälen stellen. Die Schnelligkeit der Digitalisierung wird weiter zunehmen, was wir uns heute noch nicht vorstellen können wird in einigen Jahren bereits Realität sein. Die Antwort wird nicht entweder oder sein, sondern ein verbindendes „und“. Instagram-Shopping, TikTok und weitere sozialen Medien gehören schon längst zu vielen Customer Journeys und werden auch nach der Pandemie Bestand haben.

Konsequentes Omni-Channel-Retailing:
Dieser Ansatz sollte konsequent in Richtung Verbrauchenden gelebt werden, aber auch intern im Bereich der Marken- und Marketingstrategie. Kundendaten aus dem Offline- und dem Online-Bereich – die Kombination stellt für den Handel ein enormes Potential dar, die relevanten Touchpoints Ihrer Zielkunden und -kundinnen zu analysieren und zielgerichtet zu nutzen. Auch wenn es für viele kleinere Unternehmen abschreckend wirkt und die Hemmschwellen gegebenenfalls hoch sind: Omni-Channel-Retailing ist nicht nur etwas für große Konzerne, sondern für jeden im Handel relevant und ein wesentlicher Erfolgstreiber.

Die Pandemie hat uns gezeigt: Es geht auch digital.

Rückblick: Handelsmarken Forum 2020

Am 18. und 19. Februar 2020 trafen sich zum 5. Mal Vertreter aus Industrie und Handel, um aktuelle Trends und Entwicklungen im Private-Label-Segment zu diskutieren und sich auf zukünftige Herausforderungen für den Handel vorzubereiten. Neben Rossmann, IKEA oder Nestlé kamen auch Startups sowie die Bereiche Baumarkt oder Pharma zu Wort. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für Sie zusammengefasst! 

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