Sustainable Development Goals: 17 SDGs, die unsere Zukunft sichern sollen

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27. April 2023
Isabella Beyer
Immobilien & Bau, Nachhaltigkeit, Sekretariat & Assistenz
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Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft. Durch den stĂ€ndigen Wandel der Welt, der immer schneller zu werden scheint, mĂŒssen wir als Gesellschaft darauf achten, diese Transformation auch nachhaltig zu gestalten. Hierbei helfen uns die Sustainable Development Goals oder kurz SDGs.

Erfahren Sie in diesem Artikel, was die Sustainable Development Goals eigentlich sind, welche Praxis-Beispiele es gibt, wie Sie Ihre Kommune auf die Einhaltung der SDGs prĂŒfen, welche Kritiken prĂ€sent sind und was passiert, wenn diese Ziele nicht erreicht werden.

Definition: Sustainable Development Goals einfach erklÀrt

Die Sustainable Development Goals, mit SDGs abgekĂŒrzt, sind auch unter Agenda 2030 oder Global Goals bekannt.

Die SDGs sind ein Plan zum Schutz unseres Planeten – aus ökonomischer, sozialer und ökologischer Sicht. Im September 2015 haben sich dafĂŒr die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen getroffen und 17 Ziele mit insgesamt 169 Unterzielen entwickelt, die alle Staaten bis 2030 erreichen sollen.

Die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung werden in fĂŒnf Ps gegliedert – das sind die fĂŒnf Kernbotschaften der Sustainable Development Goals:

People (Menschen)

Prosperity (Wohlstand)

Planet (Planet)

Peace (Frieden)

Partnership (Partnerschaft)

Liste & Beispiele: Das sind die 17 SDGs

Die 17 SDGs wurden von den Vereinten Nationen folgendermaßen definiert:
 

Kernbotschaft People

1. Keine Armut: „Armut in all ihren Formen und ĂŒberall beenden.“

Beispiel:  ArmutsbekĂ€mpfung gemeinsam verfolgen – Die Stadt Stuttgart hat mit der Stuttgarter Armutskonferenz wichtige Perspektiven und Erfahrungen zusammenbringen können, aus denen im Anschluss Handlungsempfehlungen fĂŒr die BekĂ€mpfung von Armut entstanden sind.
 

2. Kein Hunger:  â€žDen Hunger beenden, ErnĂ€hrungssicherheit und eine bessere ErnĂ€hrung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.“

Beispiel: Obstarche – Seit 2014 betreibt die Gemeinde Reddelich in Mecklenburg-Vorpommern eine Streuobstwiese, um 370 historische Obstsorten zu schĂŒtzen. Mittlerweile wurden ĂŒber 600 BĂ€ume gepflanzt.

3. Gesundheit und Wohlergehen:  â€žEin gesundes Leben fĂŒr alle Menschen jeden Alters gewĂ€hrleisten und ihr Wohlergehen fördern.“

Beispiel:  Aktives und rĂŒstiges Altern – In der Tagespflegeeinrichtung der AurA gGmbH in Marbug-Biedenkopf werden pflegebedĂŒrftige Menschen dabei unterstĂŒtzt, ihre FĂ€higkeiten zu erkennen und zu stĂ€rken. Die sozialen Kontakte helfen ebenfalls, die KommunikationsfĂ€higkeit zu verbessern.

4. Hochwertige Bildung:  â€žInklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewĂ€hrleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens fĂŒr alle fördern.“

Beispiel:  Das Fabmobil – Das Fabmobil ist ein Doppeldeckerbus, der mit Digitaltechnik und Werkzeugmaschinen ausgestattet ist. Mit ihm sollen Jugendlichen im lĂ€ndlichen Raum Creative Technologies, wie beispielsweise der 3D-Druck, nĂ€hergebracht werden.

5. Geschlechtergleichheit:  â€žGeschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und MĂ€dchen zur Selbstbestimmung befĂ€higen.“

Beispiel:  Gender Gap verringern – Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert durch das Arbeitsmarktprogramm SINA die Einkommensunterschiede zwischen MĂ€nnern und Frauen. Durch die gezielte Betrachtung der Lebenslagen von Frauen und die aktive UnterstĂŒtzung soll der Gender Gap verringert werden.

6. Sauberes Wasser und SanitĂ€reinrichtungen:  â€žVerfĂŒgbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und SanitĂ€rversorgung fĂŒr alle gewĂ€hrleisten.“

Beispiel:  Sauberes Badewasser ohne Chlor – Das moderne Naturfreibad Herrenberg nutzt eine nachhaltige und biologische Wasseraufbereitung.
 

Kernbotschaft Prosperity

7. Bezahlbare und saubere Energien: „Zugang zu bezahlbarer, verlĂ€sslicher, nachhaltiger und moderner Energie fĂŒr alle sichern.“

Beispiel:  NahverkehrszĂŒge fahren mit Ökostrom – Zahlreiche NahverkehrszĂŒge in Baden-WĂŒrttemberg sind nicht nur elektrisch betrieben, sondern fahren nun auch mit Ökostrom.
 

8. MenschenwĂŒrdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: „Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive VollbeschĂ€ftigung und menschenwĂŒrdige Arbeit fĂŒr alle fördern.“

Beispiel:  CoWorkLand - Co-Working-Spaces sind oft nur in GroßstĂ€dten vorhanden. CoWorkLand jedoch schafft Co-Working-Spaces auch in lĂ€ndlichen Regionen, wie zum Beispiel im alten Kino in der hessischen Kleinstadt Nidda.
 

9. Industrie, Innovation und Infrastruktur: „Eine widerstandsfĂ€hige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstĂŒtzen.“

Beispiel:  Wirtschaftsförderung 4.0 – Mit dem Modellprojekt Wirtschaftsförderung 4.0 will die hessische Kleinstadt Witzenhausen die regionale Wertschöpfung steigern und die WitzenhĂ€user Wirtschaft von innen heraus stĂ€rken.
 

10. Weniger Ungleichheit: „Alle Menschen sollen die gleichen Chancen haben.“

Beispiel:  Wohnungen fĂŒr Menschen in Not – Attraktive Angebote fĂŒr Vermieter. Die Stadt Freiburg im Breisgau sucht Wohnungen fĂŒr geflĂŒchtete und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. DafĂŒr verspricht sie Vermietern attraktive Angebote, wie zum Beispiel eine Mietausfallgarantie von bis zu zehn Jahren und ein Renovierungszuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Hierdurch soll die Integration in der Stadt gestĂ€rkt und Menschen in Not die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben gegeben werden. 

 

Kernbotschaft Planet

11. Nachhaltige StĂ€dte und Gemeinden: „StĂ€dte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfĂ€hig und nachhaltig gestalten.“

Beispiel:  Solar- und GrĂŒndĂ€cher – Im Kreis Lippe wurden zahlreiche Solar- und GrĂŒndĂ€cher errichtet, um Wasserspeicherung und Feinstaubbindung in den StĂ€dten zu gewĂ€hrleisten.
 

12. Nachhaltiger Konsum und Produktion: „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.“

Beispiel:  CLIKIS – Climate friendly Kitchen in Schools – Die Initiative zeigt SchulkĂŒchen auf, wie sie durch nachhaltigen Energie- und Lebensmitteleinsatz Treibhausgase reduzieren und so einen positiven Einfluss auf den Klimawandel haben können.
 

13. Maßnahmen zum Klimaschutz: „Umgehend Maßnahmen zur BekĂ€mpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.“

Beispiel:  BĂ€ume fĂŒr Neugeborene – FĂŒr jedes neugeborene Kind in Freiburg, schenkt die Stadt einen eigenen Apfel-, Birnen- oder Kirschbaum und trĂ€gt damit zum Umweltschutz bei.
 

14. Leben unter Wasser: „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.“

Beispiel:   Feuchtbiotope, Nasswiesen und KleingewĂ€sser – Die Stadt Freiburg im Breisgau hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Biotope fĂŒr den Erhalt der Artenvielfalt errichtet.
 

15. Leben an Land: „Landökosysteme schĂŒtzen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, WĂ€lder nachhaltig bewirtschaften, WĂŒstenbildung bekĂ€mpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.“

Beispiel:  1.000 Hektar gesunder Boden in Pfaffenhofen – Die Pfaffenhofener Bodenallianz hat sich das Ziel gesetzt, gemeinsam mit BĂŒrgern und Landwirten zu zeigen, dass die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher FlĂ€chen nachhaltig gelingen kann, um so den Klimaschutz zu unterstĂŒtzen.

 

Kernbotschaft Peace

16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: „Friedliche und inklusive Gesellschaften fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfĂ€hige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.“

Beispiel:  Straße der Kinderrechte – Im NĂŒrnberger Stadtpark wurde die „Straße der Kinderrechte“ errichtet, um Kindern auf spielerische Art und Weise zu zeigen, welche Rechte sie haben.

 

Kernbotschaft Partnership

17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: „Umsetzungsmittel stĂ€rken und die Globale Partnerschaft fĂŒr nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfĂŒllen.“

Beispiel:  Geestland stellt Impfcontainer fĂŒr Partnerstadt bereit – Die Stadt Geestland hat wĂ€hrend der Corona-Pandemie einen Impfcontainer fĂŒr seine Partnerstadt Tozeur in Tunesien bereitgestellt und so die internationalen Beziehungen gestĂ€rkt.

Wissenswertes: Wo steht Ihre Kommune auf dem Weg zur Erreichung der Sustainable Development Goals?

Auf dem SDG-Portal können Sie einsehen, wie es um die Erreichung der Sustainable Development Goals in Ihrer Kommune steht. Die Datenquellen stammen unter anderem von der Bundesagentur fĂŒr Arbeit oder den Statistischen Ämtern der LĂ€nder.

Informieren Sie sich darĂŒber, welche Maßnahmen Ihre Kommune ergreift, um die einzelnen Ziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Sie können Ihre Heimat entweder auf einzelne Ziele untersuchen oder sich eine Bewertung ĂŒber alle 17 SDGs anzeigen lassen.

Wir haben die Management Circle-Heimatstadt Eschborn getestet und hierbei unter anderem folgendes herausgefunden:


Im 12. SDG wird festgehalten, dass verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster gewĂ€hrleistet werden sollen. In Eschborn wird mit diesen Maßnahmen auf das Ziel hingearbeitet

Bereits drei Mal wurde die Stadt als „Fairtrade Town“ ausgezeichnet und

25 % der Schulen in Eschborn sind als 2 „Fairtrade Schools“ registriert.

Kritik: Die SDGs kritisch betrachtet

Die SDGs sind in aller Munde, zahlreiche Unternehmen und Kommunen weltweit werben damit – doch wie viel davon ist Greenwashing und können wir diese Ziele realistisch gesehen wirklich erreichen? Wir fassen die Meinungen von Kritikern zusammen.

Die 17 ambitionierten Ziele werden von vielen Kritikern als zu viel eingestuft. Die Masse der Ziele und die fehlende Priorisierung durch die Vereinten Nationen macht es Verantwortlichen schwer, geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung zu entwickeln – schließlich funktioniert „alles auf einmal“ nur selten.

Zudem gestaltet sich die Umsetzung hÀufig schwierig, da vielen Verantwortlichen die nötigen finanziellen Mittel fehlen. Die Umsetzung der Sustainable Development Goals erfordern hohe Investitionen in zahlreichen Bereichen, doch die fehlen oft an den nötigen Stellen.

Auch die BerĂŒcksichtigung der sozialen Unterschiede wird hĂ€ufig kritisiert. SelbstverstĂ€ndlich ist es fĂŒr reiche IndustrielĂ€nder einfacher, geeignete Maßnahmen zur Erreichung der SDGs zu entwickeln, als fĂŒr Schwellen- oder EntwicklungslĂ€nder.

Ausblick: Schaffen wir die SDGs bis 2030 zu erreichen?

Doch was passiert, wenn wir die Ziele zur Förderung von nachhaltiger Entwicklung nicht erreichen? Das hĂ€tte schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, Wirtschaft und auf unsere Erde. Die Armut auf der Welt wĂŒrde weiterhin anhalten und dafĂŒr sorgen, dass zahlreiche Menschen an Hunger sterben. Die Schere zwischen armen und reichen Menschen wĂŒrde durch die Zielverfehlung immer grĂ¶ĂŸer werden und nicht zuletzt wĂŒrde das massive Auswirkungen auf unsere Umwelt haben und den Klimawandel noch weiter vorantreiben.

Fazit: Auch, wenn wir vor großen Herausforderungen stehen, jeder noch so kleine Schritt zur Erreichung der Sustainable Development Goals ist ein Schritt in eine lebenswerte Zukunft. Auf unserem Blog erfahren Sie zum Beispiel, was Sie tun können, um Ihr BĂŒro nachhaltiger zu gestalten.

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Autorin Isabella Beyer von Management Circle
Über die Autorin

Isabella Beyer

Isabella Beyer ist Content Marketing Managerin bei Management Circle. Mit ihrer Leidenschaft fĂŒr kreatives Schreiben ist sie fĂŒr die Erstellung von hochwertigem Content in Text- und Videoform zustĂ€ndig und hat bereits zahlreiche Marketingkampagnen erfolgreich umgesetzt.

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