Gendergerechte Sprache im Office-Alltag: So gendern Sie richtig!

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26. April 2021
Isabella Beyer
Assistenz & Office Management
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Assistenten und Assistentinnen, Assistent(inn)en, Assistent*innen oder einfach Assistenz?

Die gendergerechte Sprache hält mittlerweile Einzug in zahlreiche Bereiche. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu gendern und teilen mit Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie Ihre Kommunikation am Arbeitsplatz und im Alltag anpassen können, damit sich kein Personenkreis ausgeschlossen fühlt.

Warum gendern wichtig ist

Wenn es um gendergerechte Sprache geht, denken die meisten an die Gleichstellung von Mann und Frau: Frauen sollen sichtbar gemacht werden. Das ist prinzipiell nicht falsch, jedoch gehört zu einer genderneutralen Sprache noch mehr. Nicht-binäre Personen, also Menschen, die sich keinem Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen, sollen ebenfalls angesprochen und sichtbar gemacht werden. Somit kann eine gendergerechte Sprache die Chancengleichheit und Gleichbehandlung aller Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – positiv beeinflussen.

Eine Studie der Freien Universität Berlin hat gezeigt, dass die gendergerechte Sprache auch Auswirkungen auf das Selbstvertrauen und die Entwicklung von Kindern hat: So identifizieren sich viel mehr Kinder mit Berufen, wenn von ihnen in der Doppelform gesprochen wird: Lehrer und Lehrerinnen oder Mechaniker und Mechanikerinnen. Es hat sich herausgestellt, dass sich Mädchen viel eher trauen würden, einen „typisch männlichen“ Beruf wie „Mechaniker“ auszuüben, wenn ihnen hierzu eine geschlechtergerechte Berufsbezeichnung präsentiert wird. Und auch mehr Jungen würden in diesem Zuge einen „typisch weiblichen“ Beruf wie „Kosmetiker“ wählen.

Diese Erkenntnis spiegelt sich auch im Erwachsenenalter wider: Stellenausschreibungen, die genderneutral formuliert sind (z. B. „Wir suchen eine Marketingleitung“), erhalten in der Regel mehr Bewerbungen von Frauen, wohingegen sie sich eher zurückhalten, wenn in der Ausschreibung nach einem „Marketingleiter“ gesucht wird. Möchten Sie nur aufgrund der Ansprache in der Stellenausschreibung eine perfekt passende Person verpassen? Das wäre doch sehr schade.

So kann eine gendergerechte Sprache dazu beitragen, stereotypische Rollenbilder aufzulösen und Diversität in der Gesellschaft zu fördern.

Wie gendert man richtig? Diese Gender-Formen gibt es

Grundsätzlich gibt es nicht die eine Art zu gendern. Um alle Personen in Ansprachen miteinzuschließen, gibt es einige Möglichkeiten: Man kann drei verschiedene Gender-Formen unterscheiden:

Feminisierung: 

„Verkäuferinnen und Verkäufer“
„VerkäuferInnen“
„Verkäufer/-innen“

Diese Form des Genderns ist die bekannteste. Hierbei werden die männliche und weibliche Form genannt oder die weibliche Form durch „/-innen“ hinzugefügt. Da Personen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, hierbei nicht berücksichtigt werden, gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten zu gendern.

Neutralisierung:

„Verkaufspersonal“
„Verkaufskraft“
„Verkaufsprofi“

Hierbei wird bewusst darauf verzichtet, ein Geschlecht explizit anzusprechen. Entweder um auf die Sichtbarmachung der Geschlechter zu verzichten oder wenn die Benennung des Geschlechts irrelevant ist.

Gender-Zeichen:

„Verkäufer*innen“
„Verkäufer_innen“
„Verkäufer:innen“

Gender-Sternchen, -Unterstrich oder -Doppelpunkt: Das jeweilige Zeichen steht hierbei für alle Personen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen. Bei der Aussprache ist hierbei darauf zu achten, dass für das jeweilige Zeichen eine kurze Pause gemacht wird, also „Verkäufer – Pause – innen“.

 

Übrigens: Letztes Jahr wurde die neue DIN 5008 veröffentlicht, in der nun auch eine genderneutrale Sprache thematisiert wird. Mehr dazu in unserer Beispiel-Situation.

Gender-Tipps für Ihren Office-Alltag

Das war viel Theorie, nun kommen wir zu Praxis – wie sollen Sie die genderneutrale Sprache in der Korrespondenz mit Vorgesetzten, Mitarbeitende und Geschäftspartnern anwenden? Wir haben eine Beispiel-Situation für Sie untersucht und geben Ihnen Tipps für die Ansprache. 

Situation:Sie sollen im Namen Ihrer Vorgesetzten eine E-Mail verfassen, die an den gesamten Konzern geschickt wird und die Belegschaft über die neuen Kernarbeitszeiten informiert.

Beispiele für die Ansprache sind: 

„Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen“
(Dies ist wohl die gängigste Ansprache, sie schließt jedoch nur Frauen und Männer mit ein)

„Liebe Mitarbeiter*innen“
 (Dies ist mittlerweile auch eine gängige Ansprache, durch das Gender-Sternchen werden auch Personen miteinbezogen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen)

„Sehr geehrte Mitarbeitende“
(Was auf den ersten Blick wie ein Tippfehler aussieht, ist eine clevere Möglichkeit, die Nennung des Geschlechts einfach zu umgehen)

„Liebe Belegschaft“
(Auch mit dieser Ansprache vermeiden Sie die Nennung des Geschlechts)

Sehr geehrte Persönlichkeiten
(Die DIN 5008 empfiehlt diese Ansprache als moderne Version für „Sehr geehrte Damen und Herren“. Durch die Neutralisierung wird auf die Nennung des Geschlechts verzichtet)

Extra-Tipp: Wenn Sie mal auf dem Gender-Schlauch stehen...

... gibt es einige praktische Hilfen, mit denen Sie passende Formulierungen in genderneutraler Sprache finden. Der Genderator, ein Service von Correctura Textdienstleistungen, zeigt beispielsweise neben genderberücksichtigen Bezeichnungen auch Ersatzformen und Umschreibungen auf. Auch das Genderwörterbuch kann den ein oder anderen Impuls geben, genauso wie der Service von Woxikon

Wir hoffen, dass wir Sie mit unserem Artikel für die genderneutrale Sprache sensibilisieren konnten. Teilen Sie diesen Artikel gerne mit Ihrem Team, um diese Art der Kommunikation im Büro zu verankern. Gendern Sie bereits in Ihrem Alltag?

FAQ: 10 Häufige Fragen zur gendergerechten Sprache – mit kompakten Antworten

1. Was bedeutet gendergerechte Sprache im Sinne einer klaren Definition?

Gendergerechte Sprache beschreibt Formulierungen, die alle Geschlechter sichtbar machen und Diskriminierung vermeiden, indem sie sprachlich Vielfalt berücksichtigen und niemanden ausschließen.

2. Warum ist gendergerechte Sprache im Arbeitsalltag wichtig?

Gendergerechte Sprache stärkt Gleichbehandlung, fördert Diversität, beeinflusst Wahrnehmung und Bewerbungsbereitschaft positiv und unterstützt eine moderne, respektvolle Unternehmenskultur.

3. Welche Vorteile bietet gendergerechte Sprache für Unternehmen?

Unternehmen profitieren von inklusiver Kommunikation, erhöhter Attraktivität für Bewerbende und einer klaren Signalwirkung, dass Vielfalt und Chancengleichheit aktiv gelebt werden.

4. Welche Formen der gendergerechten Sprache gibt es?

Zu den wichtigsten Formen zählen Feminisierung, Neutralisierung und Gender-Zeichen, die je nach Kontext alle Geschlechter eindeutig benennen oder bewusst neutral formulieren.

5. Welche Beispiele zeigen gendergerechte Sprache im Büroalltag?

Beispiele sind Formulierungen wie Mitarbeitende, Team, Belegschaft oder Verkäufer*innen, die unabhängig vom Geschlecht klare, inklusive Ansprachen ermöglichen.

6. Wann eignet sich Neutralisierung besonders gut?

Neutralisierung eignet sich immer dann, wenn das Geschlecht keine Rolle spielt, da Begriffe wie Teamleitung oder Fachkraft elegant und vollständig geschlechtsunabhängig kommunizieren.

7. Wie setzt man Gender-Zeichen korrekt ein?

Gender-Zeichen wie Stern, Doppelpunkt oder Unterstrich ersetzen die Geschlechterendung und werden mit einer kurzen Sprechpause betont, um alle Geschlechter sichtbar einzubeziehen.

8. Wie kann gendergerechte Sprache in E-Mails professionell umgesetzt werden?

Professionelle E-Mails nutzen neutrale Begriffe wie Mitarbeitende oder Belegschaft und vermeiden geschlechtsspezifische Anreden, um alle Empfänger klar und respektvoll anzusprechen.

9. Welche Rolle spielt die DIN 5008 für gendergerechte Sprache?

Die DIN 5008 empfiehlt moderne neutrale Anreden wie „Sehr geehrte Persönlichkeiten“ und unterstützt damit eine zeitgemäße, diskriminierungsfreie Korrespondenz im Geschäftsalltag.

10. Welche Tools helfen bei Formulierungen in gendergerechter Sprache?

Hilfsangebote wie Genderator, Genderwörterbuch oder Woxikon bieten alternative Begriffe, passende Schreibweisen und praktische Formulierungsbeispiele für inklusivere Kommunikation.

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Autorin Isabella Beyer von Management Circle
Über die Autorin

Isabella Beyer

Isabella Beyer ist Teamleiterin Online Marketing bei Management Circle. Mit ihrer Leidenschaft für kreatives Schreiben und datengetriebene Marketingstrategien entwickelt und steuert sie erfolgreiche Online-Kampagnen, die Fach- und Führungskräften wertvolle Impulse für ihre Karriere geben. Sie verantwortet die Erstellung von hochwertigem Content in Text- und Videoform, optimiert die digitale Sichtbarkeit des Unternehmens und bringt innovative Ideen mit messbarem Erfolg auf die Bühne.

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