Das Vier-Ohren-Modell – so „hören“ Sie Missverständnisse geschickt aus dem Weg

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03. September 2018
Martina Eckermann
Soft Skills
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Vormittags, halb elf, in einem Meetingraum irgendwo in Deutschland. Kollege 1 bestätigt:

„Die Abgabefrist für die Dokumentation ist in vier Wochen, am 1. Oktober.“

Daraufhin entgegnet Kollege 2 ganz entrüstet:

„Sagen Sie doch gleich, dass ich zu langsam arbeite!“

Das genaue „Hören“ und „Zuhören“ wird heutzutage aus unterschiedlichsten Gründen viel zu oft vernachlässigt. Man trifft immer seltener auf ruhige und verständnisvolle Gesprächspartner, die auch auf das antworten, was man wirklich gesagt oder gefragt hat. Menschen, die den Ich-Fokus in den Hintergrund rücken und versuchen eine Bindung zu ihrem Gegenüber aufzubauen. Viel häufiger ist es doch so, dass wir alle zu sehr damit beschäftigt sind, bereits an das zu denken, was wir als Nächstes sagen möchten – oder gar, welche Pläne nach dem Feierabend anstehen, sodass man mit den Gedanken völlig vom eigentlichen Gespräch abschweift.

Man kann also durchaus behaupten, viele Gesprächspartner hören nur mit halbem Ohr zu. Und das ist eindeutig zu wenig. Haben Sie schon einmal von der Kommunikationstheorie gehört, die verlangt, dass man mit vier Ohren zuhören soll? Bitte was, fragen Sie sich jetzt? Wir stellen Ihnen das sogenannte Vier-Ohren-Modell genauer vor und zeigen, wie Sie Missverständnisse leicht aus dem Weg „hören“ können.

Die Geschichte hinter den vier Ohren

1981 wurde die Theorie des „Vier-Seiten-Modell“ oder auch „Vier-Ohren-Modell“ durch Schulz von Thun entwickelt. Dieses besagt, dass eine Information immer auf vier verschiedene Weisen vom Sender ausgesprochen sowie auf vier verschiedene Weisen vom Empfänger aufgenommen werden kann. Wir sprechen dabei von diesen vier Ebenen:

Die Sachinformation:

Über diese Ebene informieren Sie und drücken dabei Daten, Fakten und Sachverhalte klar und verständlich aus:

„Die Abgabefrist ist am 1. Oktober.“

Sie meinen auf dieser Ebene also, dass die Abgabefrist am 1. Oktober ist.

Die Selbstkundgabe:

Über diese Ebene geben Sie Ihre Emotionen, Wünsche und Meinungen preis:

„Die Abgabefrist ist am 1. Oktober.“

Sie drücken auf dieser Ebene aus, dass die Dokumentation bis dato fertiggestellt sein muss.

Der Beziehungsebene:

Über diese Ebene zeigen Sie, was Sie von anderen halten und wie Sie zu Ihnen stehen:

„Die Abgabefrist ist am 1. Oktober.“

Sie sagen auf dieser Ebene, dass Ihr Kollege gut in der Zeit liegt. Sie haben womöglich sogar etwas Leerlauf und möchten ihm behilflich sein.

Der Appell:

Über diese Ebene stellen Sie klar, was Sie bei Ihrem Gegenüber erreichen möchten.

„Die Abgabefrist ist am 1. Oktober.“

Sie verdeutlichen auf dieser Ebene, dass Sie sich über einen Zwischenstand freuen.

Praktische Tipps, die sich aus dem Vier-Ohren-Modell ableiten lassen

Hören Sie aktiv zu

Professionalität im Berufsalltag zeichnet sich unter anderem durch aktives Zuhören aus. Versuchen Sie also, sich in Ihren Gesprächspartner hineinzuversetzen, beim Gespräch mitzudenken sowie Ihrem Gegenüber Aufmerksamkeit und Interesse entgegenzubringen.

Setzen Sie auf die 3-Stufen-Technik

Wenden Sie die 3-Stufen-Technik für das aktive Zuhören an:

1. Aufnehmendes Zuhören:
Halten Sie Blickkontakt, lächeln oder nicken Sie und geben Sie Aufmerksamkeitslaute wie „ja“ oder „hm“ von sich.

2. Paraphrasieren:
Wiederholen Sie Gesprächsinhalte kurz und knapp mit eigenen Worten, um dadurch mögliche Fehlinterpretationen zu vermeiden – zum Beispiel mit „Haben Sie damit gemeint, dass…“ oder „Habe ich Sie da richtig verstanden?“

3. Verbalisieren:
Achten Sie auf Tonfall, Sprechweise und Sprechtempo Ihres Gegenübers und spiegeln Sie die Gefühle und Emotionen wider. Dabei müssen Sie vorsichtig agieren und die Gefühlslage richtig einschätzen.

Wechseln Sie das „Ohr“

Gehen Sie in sich und überlegen Sie, mit welchem „Ohr“ des „Vier-Ohren-Modells“ Sie vorwiegend hören. Versuchen Sie beispielsweise, beim nächsten Konfliktgespräch auf der Sachebene anstatt auf der Beziehungsebene zu bleiben.

3D-Druck-Experte

Auch der Markt des 3D-Drucks wächst rasant, da die Anwendungsfelder vielfältig sind: Angefangen bei Organen und Prothesen über Kleidung bis hin zu ganzen Häusern, es braucht Experten, welche die 3D-Modelle erstellen und auch produzieren.

Tele-Chirurg

Dünn besiedelte Regionen werden vor allem von diesem neuen digitalen Beruf profitieren. Denn zukünftig werden Chirurgen über weite Distanzen hinweg operieren können, indem sie Kameras und Roboter(arme) einsetzen.

Architekt für Virtual Reality

Auch rund um die VR entstehen zahlreiche neue Berufsbilder. Einer der wichtigsten Jobs wird dabei der VR-Architekt sein. Denn nur, wenn die virtuelle Realität so real ist wie unsere Welt, kann sie ihre Vorteile ausspielen. Interessant dabei ist, dass die zukünftigen Architekten sich nicht an die Gesetze der Physik halten müssen und auch gewagte Projekte und Welten vorstellbar sind. (Denken Sie zum Beispiel an den Film Inception!)

Urbaner Bauer

Schon jetzt ist Urban Gardening in Metropolen ein beliebter Trend. Dabei werden vor allem Hochhäuser dazu genutzt, in der Stadt Obst und Gemüse anzubauen oder Bienen zu züchten. Wenn durch die Mobilität der Zukunft künftig Straßen neu genutzt werden können, ist die Zeit der Stadt-Bauern gekommen. Er wird durch die neuen Nutzflächen mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert sein als seine traditionellen Kollegen.

Talentsucher

Zukunftsforscher Lars Thomsen sagt voraus, dass 2027 menschliche Talente sehr stark gesucht werden und zu einem bedeutenden Gut geworden sind. Daher ist es nicht überraschend, dass es eine neue Art der Headhunter geben wird. Die Talentsucher werden dabei vermehrt Recruiter-Tools verwenden und immer auf der Suche nach digitalen und sozialen Fähigkeiten sein.

Rentner-Coach

Lebenslanges Lernen erhält durch die Digitalisierung eine ganz neue Gewichtung. Da wir Menschen immer länger leben, brauchen wir vor allem im letzten Abschnitt unseres Lebens Unterstützung. In Zukunft wird es spezielle Coaches für Rentner geben, die Pläne entwerfen, Finanzbudgets konzipieren und sogar als Makler für Heimplätze fungieren.

Digitaler Ahnenforscher

Während früher vor allem Bücher, Fotos und Briefe hinterlassen wurden, ist das heutige Erbe eher schwierig zu sortieren. Das digitale Erbe ist voll von Nachrichten, Bildern und Gedanken in den sozialen Medien und spiegelt uns in seiner Masse daher sehr gut wider. Aus diesem Grund wird es zukünftig Spezialisten geben, welche das digitale Erbe untersuchen und analysieren, um den Hinterlassenen einen Familien-Daten-Stammbaum zu erstellen.

Das Vier-Ohren-Modell als Hilfsmittel im Arbeitsalltag

Letztendlich gibt es zwar keine allgemeingültige Zauberformel, um Missverständnissen wirklich immer aus dem Weg zu gehen. Das Zuhören lässt sich aber in jedem Fall verbessern, indem Sie die vier Seiten des „Vier-Ohren-Modells“ stets im Hinterkopf behalten und versuchen, zu erkennen, mit welchem Ohr Ihr Gesprächspartner Ihre Information gerade aufgenommen hat. Dann können Sie nicht nur viel besser reagieren und das Gespräch wieder in die gewünschte Richtung lenken, Sie können auch von vornherein vermeiden, dass überhaupt Missverständnisse entstehen.

FAQ: 10 Häufige Fragen zum Vier-Ohren-Modell – mit kompakten Antworten

1. Was ist das Vier-Ohren-Modell?

Das Vier-Ohren-Modell ist ein Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun, das erklärt, dass jede Nachricht gleichzeitig vier Botschaften enthält und entsprechend auf vier Ebenen gehört werden kann.

2. Warum ist das Vier-Ohren-Modell im Berufsalltag so wichtig?

Das Vier-Ohren-Modell hilft im Berufsalltag, Missverständnisse zu vermeiden, Kommunikation bewusster zu gestalten und Konflikte zu reduzieren, indem Sender- und Empfängerseite besser verstanden werden.

3. Welche vier Ebenen umfasst das Vier-Ohren-Modell?

Das Vier-Ohren-Modell unterscheidet Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungsebene und Appell, die jede Aussage gleichzeitig transportiert und unterschiedlich interpretiert werden können.

4. Wie entstehen Missverständnisse nach dem Vier-Ohren-Modell?

Missverständnisse entstehen, wenn eine Aussage mit einem anderen „Ohr“ gehört wird, als sie gemeint war, etwa wenn eine sachliche Information als persönlicher Angriff interpretiert wird.

5. Wie kann das Vier-Ohren-Modell beim aktiven Zuhören helfen?

Das Vier-Ohren-Modell unterstützt aktives Zuhören, indem Sie bewusst wahrnehmen, welche Ebene gerade angesprochen wird, und gezielt nachfragen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

6. Was bedeutet es, das „Ohr“ zu wechseln?

Beim Ohrwechsel prüfen Sie bewusst, ob Sie auf der Sach-, Beziehungs-, Selbstoffenbarungs- oder Appellebene hören, um Gespräche sachlicher und lösungsorientierter zu führen.

7. Wie lässt sich das Vier-Ohren-Modell in Meetings anwenden?

In Meetings hilft das Vier-Ohren-Modell, Aussagen präziser einzuordnen, emotional aufgeladene Situationen zu entschärfen und Gespräche wieder auf die Sachebene zurückzuführen.

8. Ist das Vier-Ohren-Modell auch für Führungskräfte relevant?

Für Führungskräfte ist das Vier-Ohren-Modell besonders relevant, da klare Kommunikation, richtiges Zuhören und das Erkennen von Beziehungssignalen entscheidend für wirksame Führung sind.

9. Welche Rolle spielt Selbstreflexion beim Vier-Ohren-Modell?

Selbstreflexion ist zentral für das Vier-Ohren-Modell, da Sie nur so erkennen, mit welchem Ohr Sie bevorzugt hören und wie Ihre eigenen Interpretationsmuster Gespräche beeinflussen.

10. Wie kann man das Vier-Ohren-Modell nachhaltig trainieren?

Das Vier-Ohren-Modell lässt sich nachhaltig trainieren, indem Sie Gespräche reflektieren, bewusst nachfragen und Kommunikationssituationen regelmäßig analysieren und üben.

Autorin Martina Eckermann von Management Circle
Über die Autorin

Martina Eckermann

Als Content- und SEO-Expertin mit über 14 Jahren Berufserfahrung gestaltet Martina Eckermann seit dem Startschuss 2017 den Management Circle Blog mit. Ihr Herz schlägt für Themen, die Führung neu denken und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag beleuchten. In ihren Artikeln kombiniert sie kreative Inhalte mit analytischem Tiefgang – von Whitepapern bis hin zu Trendanalysen. Sie verfasst regelmäßig Artikel, die auf fundierter Recherche und Experteninterviews basieren. Dabei ist sie stets auf der Suche nach frischen Impulsen und Entwicklungen, die Führungskräften echte Orientierung im Business-Alltag bieten.

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