Das Eisbergmodell: Wie Sie Ihre Gedanken programmieren und schlagfertig reagieren

13. August 2019
Sekretariat & Assistenz, Soft Skills
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Fragen Sie sich auch manchmal, warum Sie nicht schlagfertiger reagiert haben? Und warum Ihnen fünf Minuten nach einer angeregten Diskussion großartige Antworten einfallen, während Sie im Gespräch verstummen? Unsere Expertin Antje Barmeyer klärt mithilfe des Eisbergmodells auf und hilft Ihnen gegenzusteuern.

Was ist das Eisbergmodell?

Der Verhaltensforscher Siegmund Freud hat das sogenannte „Eisbergmodell“ entwickelt. Dieses Modell zeigt auf, dass wir zu 1/7 mit dem Verstand reagieren und zu 6/7 mit dem Gefühl. Darunter fallen unter anderem Wünsche, Bedürfnisse und Grundantriebskräfte. Wie bei einem Eisberg liegt das, was uns am meisten steuert, im Verborgenen – also unter der Wasseroberfläche. Auf uns Menschen übertragen heißt das: In unserem Unterbewusstsein.

Das Eisbergmodell ist aus der Kommunikationstheorie nicht mehr wegzudenken und wird zudem in der Pädagogik und auch in der Psychologie angewendet.

Das Eisbergmodell und positive Erlebnisse

Unsere Erlebnisse speichern wir in eben diesem Unterbewusstsein ab und „füttern“ es somit ständig mit neuen Erfahrungen. Diese Erfahrungen versetzen uns im Positiven in die Lage, schnell gute und richtige Entscheidungen zu treffen und entsprechend positiv zu kommunizieren.

Ein Beispiel: Sie werden oft als erste Kontaktperson im Unternehmen von Kunden angesprochen, die mit etwas unzufrieden sind. Aus der Erfahrung heraus führen Sie diese Gespräche souverän und gelassen und können so mit dem Kunden seine Probleme klären und gute Lösungen finden.

Das Eisbergmodell und negative Erlebnisse

Allerdings werden auch die negativen Erlebnisse und Erfahrungen in unserem Unterbewusstsein abgespeichert.

Auch hierzu ein Beispiel: Wenn Ihr Chef Sie mit Dingen konfrontiert, mit denen er unzufrieden ist, fangen Sie sofort an, sich zu rechtfertigen. Sie erklären ihm, warum Sie noch nicht dazu gekommen sind, den Abteilungsleiter anzurufen, Büromaterial nachzubestellen oder das gewünschte Protokoll zu erstellen. Im Nachhinein ärgern Sie sich über sich selbst, warum Sie sich ständig rechtfertigen.

So sollten Sie besser vorgehen

Die bessere Reaktion wäre, wenn Sie die Kritik des Chefs annehmen und ihm sagen würden, wann Sie die Dinge erledigen werden.

Wenn Sie nun ständig darüber nachdenken, wie Sie falsch reagiert haben, speichert Ihr Unterbewusstsein auch immer wieder diese negativen Gedanken ab. Machen Sie es anders: Überlegen Sie sich, was Sie hätten besser sagen können und speichern Sie diese Gedanken ab. Unserem Unterbewusstsein ist es egal, ob Sie Situationen real erlebt oder sie nur in Gedanken durchlebt haben.

Wenn wir also das Beispiel betrachten, wäre es besser, wenn Sie folgendermaßen vorgehen: Ihr Chef konfrontiert Sie wieder mit Kritik:

„Warum habe ich noch keine Reiseinformationen für nächste Woche erhalten?“

„Oh Herr Meyer, das tut mir sehr leid. Aber ich warte noch ganz dringend auf die letzten Informationen der Reisestelle.
Sobald ich alle Details zusammen habe, erhalten Sie die Reiseunterlagen komplett.“, lautet Ihre spontane Antwort.

Nun müssen Sie sich nicht wundern, wenn Ihr Chef die Augen verdreht und genervt in sein Büro geht. Schließlich weiß er jetzt nur, warum er noch keine Reiseinformation hat – mehr aber auch nicht! Und Sie haben sich wieder gerechtfertigt. Im Gegensatz zu Ihrem bisherigen Verhalten fangen Sie nun aber nicht an, sich zu ärgern, weil Sie sich wieder gerechtfertigt haben. Nein, Sie überlegen sich jetzt, was Sie hätten besser sagen können. Nun fällt Ihnen ein, wie die bessere Antwort hätte lauten können:

„Herr Meyer, ich warte noch auf Informationen von der Reisestelle. Sie erhalten die Reiseunterlagen bis spätestens heute Nachmittag.“

Wenn Sie sich diese Situation und Ihre gute Antwort vor Ihrem inneren Auge wie einen Film einige Male ansehen, speichert Ihr Unterbewusstsein diese neue Erfahrung und dieses imaginäre Erlebnis ab. Und Sie haben gute Chancen, Ihrem Chef bei seiner nächsten Kritik anstatt Rechtfertigungen bessere Lösungen zu präsentieren.

Programmieren Sie Ihre Gedanken mithilfe des Eisbergmodells neu

Wie Sie sehen, ist es notwendig, sich immer wieder mit negativen Situationen und negativen Erfahrungen zu beschäftigen und Sie in Gedanken in positive Erlebnisse zu verwandeln. Hinzu kommt, dass Ärger immer mit starken Gefühlen verbunden ist. Wenn Sie sich also lediglich über sich selbst ärgern, bringt Sie das in Ihrem Kommunikationsverhalten nicht weiter. Stärken Sie Ihre Schlagfertigkeit, indem Sie sich in Gedanken neu programmieren und aus negativen Erlebnissen positive Erfahrungen machen.

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