Virtual Reality als aufstrebende Technologie in der Immobilienbranche

24. April 2018
Digitalisierung, Immobilien & Bau, Informationstechnologie
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Der Erwerb eines Eigenheims, egal ob Wohnung oder Haus, ist eine große und wohlüberlegte Investition. Umso wichtiger ist, dass man vor dem Kauf eine genaue Vorstellung davon hat, wie das neue Zuhause aussehen wird. Virtuelle Rundgänge durch das zukünftige Heim unterstützen dabei viel besser, als abstrakte 2D-Grundrisse. So können sich Käufer vorab ein exaktes Bild des Wohnobjekts machen und gegebenenfalls Änderungswünsche anbringen. Über die Nutzung von Virtual Reality in der Immobilienbranche berichtet in diesem Gastartikel Daniel Hammer.

Der Unterschied zwischen der Virtual Reality und einem „360-Grad-Rundgang“

Viele Makler nutzen bereits heute einen 360-Grad Rundgang. Der wohl größte Unterschied dazu zu einem VR-Projekt ist, dass in der Virtual Reality die Welt komplett computergeneriert ist. Was bedeutet das für den Nutzer? In einem 360-Grad-Rundgang kann ich mich nur an einem Punkt umschauen und das auch nur aus einer bestimmten Perspektive – genau dort wo die 360-Grad-Kamera die Aufnahme gemacht hat. In der VR ist das anders. Ich kann mich komplett frei bewegen. Ich kann hinter das Sofa schauen und unter den Wohnzimmertisch. Wenn ich einen Meter nach vorne gehe, gehe ich auch in der VR einen Meter nach vorne. Diese Eigenschaften machen die VR so interessant, weil der Nutzer ein sehr realistisches Gefühl für die Größenverhältnisse, Lage und Lichtverhältnisse der Räumlichkeiten bekommt.

Wie VR-Inhalte für Immobilienprojekte entstehen

Es gibt heute schon einige wenige Agenturen, die einem Immobilienprojekte in VR umsetzen. Dies ist natürlich je nach Größe des Projekts mit großem Aufwand verbunden und dadurch auch mit hohen Kosten. Wir nutzen in unserem Büro die Software Forestage als direkten Zugang in die VR. Für individuelle Projekte nutzen wir die Unreal 4 Engine, um die Räume interaktiv und noch realistischer zu gestalten. Die Software Forestage ermöglicht es, aus einer Architektensoftware wie ArchiCAD oder AutoCAD die fertigen Modelle (wenn diese in 3D gezeichnet sind) direkt in der VR begehbar zu machen. Natürlich wird in einer Architektensoftware die Inneneinrichtung meist eher spärlich dargestellt. Deshalb bereiten wir mit einer speziellen 3D-Software die Modelle nochmals mit hochwertiger und detaillierter Einrichtung auf und fügen die Umgebung hinzu, um ein realistisches 3D-Modell zu erhalten und die Realität somit zu verstärken.

Wenn man also die Möglichkeiten hat, eng mit einem Architekten zu arbeiten beziehungsweise sogar einen eigenen Architekten im Unternehmen hat, ist es durchaus möglich, sich kostengünstig die Inhalte selber zu erstellen. Es braucht dennoch am Anfang eine gewisse Einarbeitungszeit und Tests, um den Nutzern das bestmöglichste Ergebnis bieten zu können.

Für das Erleben der VR-Welt benötigt man grundlegend eine VR-Brille (HTC Vive oder Oculus Rift) und dazu einen leistungsstarken Computer, um ein latenzfreies VR-Erlebnis zu erhalten. Für die breite Masse also eher ein Luxusartikel, da sich die Anschaffungskosten im mittleren vierstelligen Bereich befinden. Doch wir können davon ausgehen, da sich diese Technologie noch in den Kinderschuhen befindet, dass wir noch Großes erwarten dürfen. Firmen wie Facebook oder Google investieren Millionen in diese neuen Technologien und bringen diese stark voran. Die Software und Hardware werden immer besser, sodass sich künftig noch realistischere VR-Erlebnisse erstellen lassen werden.

Vorteile der Virtual Reality in der Immobilienwirtschaft

In erster Linie nutzen wir die VR zur Vermarktung unserer Neubauimmobilien. Wenn die Immobilie noch nicht existiert oder sich im Anfangsstadium des Baus befindet, ist die VR natürlich das perfekte Mittel, um den Kunden die Immobilie mit Blick auf das Meer schon im Vorfeld zu präsentieren.

Es ist aber auch ein hilfreiches Tool, um die in der Planung befindlichen Immobilen mit den Investoren beziehungsweise Bauherren zu besprechen. Es ist viel einfacher mit einem Investor gemeinsam in der VR die geplante Immobilie zu begehen und Änderungen oder Wünsche zu besprechen als auf einem 2D-Grundriss. Im Grunde ist es wie durch den Rohbau zu gehen – nur dass der Vorteil in der VR darin besteht, in der Planung noch diverse Änderungen vornehmen zu können.

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