How to Instandhaltungsmanagement — Definition, Maßnahmen und Tipps für Ihre Instandhaltung

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31. Mai 2023
Maximilian Guthke
Instandhaltung, Produktion
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Instandhaltungsmanagement spielt in vielen Unternehmen weltweit eine sehr wichtige Rolle. Hier sollten Sie genau wissen, was Sie tun und vermeiden sollten. Denn ein falsches Instandhaltungsmanagement kann hohe Kosten und viel Arbeitsaufwand bedeuten.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Instandhaltung genau bedeutet, welche Maßnahmen und Arten es gibt und wie ein gutes Instandhaltungsmanagement funktioniert – inklusive Praxis-Beispiel.

Für was steht Instandhaltung?

Grundsätzlich ist Instandhaltung der Überbegriff für die Gesamtheit der Maßnahmen, die die Funktionsfähigkeit von Maschinen und Anlagen gewährleisten sollen. Sie dient also dem Erhalt oder der Wiederherstellung technischer Objekte.

Hierbei geht es um zwei Zustände:

Dem Ist-Zustand (Dieser muss festgestellt und beurteilt werden) sowie

dem Soll-Zustand (Dieser muss gewahrt oder wiederhergestellt werden).

Instandhaltungsmanagement beschreibt die verschiedenen Arbeitsschritte, die mit diesen Zuständen verknüpft sind. Zudem geht es hier auch um Softwares, die dabei unterstützen, das zuständige Personal, die Gefahrenbeurteilung und die bereits erwähnten Maßnahmen.

Was bedeuten die DIN-Normen der Instandhaltung?

Wer sich über das Thema Instandhaltung informiert, stößt früher oder später auf zwei verschiedene Normen. Doch was bedeuten diese eigentlich?

Die DIN 31051 ist eine nationale Norm für Instandhaltung und definiert die Grundlagen für die Instandhaltung von Objekten, einschließlich der Instandhaltungsmaßnahmen und -strategien. Die Norm unterscheidet zwischen Grundmaßnahmen und erweiterten Maßnahmen, um die Instandhaltung effektiv zu planen und durchzuführen. Da die harmonisierte Festlegung auf die europäische Norm noch nicht abgeschlossen ist, gelten bisher noch zwei verschiedene Normen für Instandhaltung. Jedoch wird in Zukunft die DIN 31051 durch die europäische Norm EN 13306 ersetzt werden. In der europäischen Norm, die vom Europäischen Komitee für Normung erstellt wurde, ist eine Vereinheitlichung der Grundbegriffe für alle Arten der Instandhaltung festgelegt. Diese wird bei der nächsten Überprüfung übernommen und die alte nationale Norm ersetzen.

Welche Instandhaltungsmaßnahmen gibt es?

Instandhaltungsmaßnahmen spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der optimalen Leistung und Langlebigkeit von Objekten und Systemen. Dabei sind vier wichtige Aspekte zu beachten:

Die regelmäßige Wartung umfasst geplante Maßnahmen, um den reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Sie dient der Prävention von Problemen und der Aufrechterhaltung der Betriebsbedingungen.

Inspektionen sind visuelle oder technische Überprüfungen, um den Zustand von Objekten zu beurteilen und potenzielle Mängel oder Abnutzungen frühzeitig zu erkennen. Dadurch können rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, um größere Schäden oder Ausfälle zu verhindern.

Die Instandsetzung umfasst Reparaturen und den Austausch von defekten Komponenten, um den ursprünglichen Zustand und die Funktionsfähigkeit wiederherzustellen. Sie erfolgt in Reaktion auf aufgetretene Probleme oder Ausfälle.

Verbesserungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Leistung, Effizienz oder Zuverlässigkeit von Objekten oder Systemen zu steigern. Dies kann durch die Einführung neuer Technologien, Optimierung von Prozessen oder Upgrades erreicht werden.

Indem diese Instandhaltungsmaßnahmen systematisch und effektiv umgesetzt werden, kann die Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Objekten und Systemen optimiert werden.

Welche Instandhaltungsarten gibt es?

Es gibt verschiedene Instandhaltungsarten, die je nach Art des zu wartenden Objekts oder Systems angewendet werden können. Hier stellen wir Ihnen nun ein paar der wichtigsten Instandhaltungsarten kurz vor:

Präventive Instandhaltung (auch als vorbeugende Instandhaltung bekannt):

Dabei werden regelmäßige Inspektionen, Wartungen und Instandsetzungen durchgeführt, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Ziel ist es, Ausfälle und unerwartete Reparaturen zu minimieren.

Korrektive Instandhaltung:

Diese Art der Instandhaltung erfolgt in Reaktion auf einen bereits aufgetretenen Fehler oder Ausfall. Es werden Reparaturen durchgeführt und Ersatzteile verbaut, um das betroffene Objekt oder System wieder funktionsfähig zu machen.

Predictive Instandhaltung (auch als zustandsbasierte Instandhaltung bekannt):

Hierbei werden Überwachungs- und Diagnosesysteme eingesetzt, um den Zustand eines Objekts oder Systems kontinuierlich zu überwachen und potenzielle Probleme vorherzusagen. Aufgrund der gesammelten Daten kann die Instandhaltung planmäßig und gezielt durchgeführt werden, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Inspektions- und Instandsetzungsmaßnahmen:

Regelmäßige visuelle Inspektionen, Funktionsprüfungen und Messungen werden durchgeführt, um den Zustand von Objekten oder Systemen zu überprüfen. Bei Bedarf werden Reparaturen, Einstellungen oder der Austausch von Komponenten vorgenommen.

Verbesserungsmaßnahmen:

Hierbei werden Änderungen oder Upgrades an Objekten oder Systemen vorgenommen, um deren Leistung, Effizienz oder Zuverlässigkeit zu verbessern. Dies kann beispielsweise die Installation neuer Technologien oder die Optimierung von Prozessen umfassen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die konkreten Instandhaltungsmaßnahmen stark von der Art des zu wartenden Objekts oder Systems abhängen, sei es ein Gebäude, eine Produktionsanlage, ein Fahrzeug oder eine IT-Infrastruktur. Die Wahl der geeigneten Instandhaltungsstrategie hängt von Faktoren wie der Art des Objekts oder Systems, den verfügbaren Ressourcen und dem Budget ab.

Praxisbeispiel

Bei der Instandhaltung sollten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, um die Effizienz, Sicherheit und Lebensdauer von Anlagen, Maschinen oder Fahrzeugen zu gewährleisten.

11 Tipps, auf die Sie bei Ihrem Instandhaltungsmanagement achten sollten:

  1. Führen Sie regelmäßige Inspektionen durch, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Überprüfen Sie Verschleißteile, Flüssigkeitsstände, elektrische Verbindungen und andere relevante Komponenten.
  2. Erstellen Sie einen Wartungsplan, der festlegt, wann und welche Art von Wartungsarbeiten durchgeführt werden müssen. Planen Sie sowohl vorbeugende als auch reaktive Wartungsmaßnahmen ein.
  3. Ergreifen Sie vorbeugende Maßnahmen, um Ausfälle zu verhindern. Dies umfasst die regelmäßige Reinigung, Schmierung, Kalibrierung, Einstellung und den Austausch von Verschleißteilen.
  4. Wenn ein Ausfall oder ein Problem auftritt, sollte das Problem sofort mit den geplanten Maßnahmen behoben werden. Dokumentieren Sie auftretende Probleme und führen Sie Analysen durch, um mögliche Ursachen zu ermitteln und zukünftige Ausfälle zu vermeiden.
  5. Stellen Sie sicher, dass Sie über ausreichende Bestände an Ersatzteilen verfügen, insbesondere für kritische Komponenten. Überwachen Sie den Verschleiß und die Lebensdauer von Teilen und tauschen Sie sie rechtzeitig aus.
  6. Stellen Sie sicher, dass das Instandhaltungspersonal über die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, um Wartungsarbeiten ordnungsgemäß durchzuführen. Halten Sie sie über neue Technologien, Verfahren und Sicherheitsstandards auf dem Laufenden.
  7. Führen Sie eine umfassende Dokumentation der Instandhaltungsarbeiten durch, einschließlich Inspektionsberichte, Wartungsprotokolle, Reparaturhistorie und Ersatzteilmanagement. Dies erleichtert die Rückverfolgbarkeit, Fehlerbehebung und zukünftige Wartungsplanung.
  8. Achten Sie bei allen Instandhaltungsarbeiten auf die Sicherheit des Personals. Stellen Sie sicher, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden und die geltenden Vorschriften und Best Practices eingehalten werden.
  9. Nutzen Sie moderne Technologien, um Daten von Anlagen zu sammeln und zu analysieren. Durch die Überwachung von Leistungsdaten und Trends können potenzielle Probleme frühzeitig erkannt und Instandhaltungsmaßnahmen optimiert werden.
  10. Evaluieren Sie regelmäßig die Instandhaltungsprozesse, um Engpässe und Schwachstellen zu identifizieren. Führen Sie kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen durch, um die Effizienz, Qualität und Zuverlässigkeit der Instandhaltungsaktivitäten zu steigern. Betrachten Sie Feedback aus dem Betrieb, analysieren Sie Ausfallmuster und suchen Sie nach Möglichkeiten zur Optimierung der Instandhaltungsstrategie.
  11. Beachten Sie Umweltaspekte bei der Instandhaltung, insbesondere bei der Entsorgung von Abfallstoffen und der Handhabung gefährlicher Materialien. Befolgen Sie die relevanten Umweltvorschriften und ergreifen Sie Maßnahmen, um Umweltauswirkungen zu minimieren.

Was bewirkt eine gute Instandhaltungstaktik?

Eine gute Instandhaltungstaktik hat mehrere positive Auswirkungen. Hier sind einige der wichtigsten Effekte:

Durch eine effektive Instandhaltungstaktik werden Ausfälle und Störungen reduziert, was zu einer höheren Verfügbarkeit der Anlagen führt. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Produktion und Betriebsabläufe ohne unnötige Unterbrechungen.

Einer der größten und wichtigsten Punkte sind die Kosten. Eine gute Instandhaltungstaktik kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Durch die rechtzeitige Identifizierung und Behebung von Problemen können teure Reparaturen oder sogar der Austausch von Anlagen vermieden werden. Darüber hinaus kann eine regelmäßige Wartung die Lebensdauer von Anlagen verlängern und deren Effizienz verbessern, was zu geringeren Betriebskosten führt.

Eine gut geplante Instandhaltungstaktik beinhaltet auch Sicherheitsinspektionen und -maßnahmen. Durch regelmäßige Wartung und Prüfung können potenzielle Sicherheitsrisiken erkannt und behoben werden, wodurch das Risiko von Unfällen, Verletzungen oder Schäden für Mitarbeiter und Anlagen minimiert werden.

Eine gute Instandhaltungstaktik ermöglicht eine bessere Planung und Nutzung von Ressourcen wie Arbeitskräften, Ersatzteilen und Wartungszeiten. Durch eine effiziente Planung können Engpässe vermieden und die Effizienz gesteigert werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gute Instandhaltungstaktik dazu beiträgt, die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern, Kosten zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen, die Produktionsleistung zu optimieren und die Ressourcenplanung zu verbessern. Dies hat positive Auswirkungen auf die gesamte betriebliche Leistung und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.

Wie sieht Instandhaltungsmanagement in der Praxis aus?

Praxisbeispiel: Instandhaltung einer Produktionsmaschine

Instandhaltungsart: Vorbeugende Instandhaltung

Vorgehensweise:

  1. Planung: Der Instandhaltungsmanager erstellt einen Instandhaltungsplan für die Produktionsmaschine. Dieser beinhaltet die regelmäßigen Wartungs- und Inspektionsaufgaben sowie den Zeitplan für die Durchführung.
  2. Vorbereitung: Vor dem geplanten Instandhaltungstermin werden alle benötigten Ressourcen und Materialien wie Werkzeuge, Ersatzteile und Schmiermittel bereitgestellt. Das Instandhaltungsteam wird informiert und gegebenenfalls geschult.
  3. Inspektion: Zum festgelegten Zeitpunkt führt das Instandhaltungsteam eine gründliche Inspektion der Produktionsmaschine durch. Dabei werden verschiedene Komponenten und Funktionen überprüft, um mögliche Probleme oder Verschleißerscheinungen frühzeitig zu erkennen.
  4. Wartung: Basierend auf den Inspektionsergebnissen werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Das können beispielsweise das Austauschen von Verschleißteilen, das Nachjustieren von Einstellungen oder das Reinigen von Komponenten sein. Diese Maßnahmen dienen der Vermeidung von Ausfällen und der Aufrechterhaltung der Maschinenleistung.
  5. Dokumentation: Alle durchgeführten Instandhaltungsaktivitäten werden sorgfältig dokumentiert. Dazu gehören Informationen wie Datum, Art der durchgeführten Arbeiten, verwendete Materialien und die Namen der beteiligten Techniker. Diese Dokumentation ist wichtig, um den Instandhaltungsverlauf nachzuverfolgen und bei Bedarf auf vergangene Wartungsarbeiten zurückgreifen zu können.
  6. Überwachung: Nach der Instandhaltung wird die Produktionsmaschine überwacht, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktioniert und die gewünschten Leistungsstandards erreicht sind. Falls weitere Probleme auftreten, werden sie erneut analysiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Dieses Beispiel verdeutlicht den Prozess der bereits vorgestellten vorbeugenden Instandhaltung, bei dem regelmäßige Inspektionen und Wartungsarbeiten durchgeführt werden, um die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Produktionsmaschine sicherzustellen und ungeplante Ausfallzeiten zu minimieren.

Fazit

Das richtige Instandhaltungsmanagement hat seit langem großen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Durch neue Techniken und Instandhaltungsarten, verändert sich die Arbeitsweise stetig. Die Weiterentwicklung der Instandhaltung durch KI-Modelle und unterschiedliche Herangehensweisen stellt Unternehmen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Jedoch unterstützt das passende Instandhaltungsmanagement bei diesen Herausforderungen und bereitet Sie auf sämtliche Probleme vor, die auftreten könnten. 

Bei uns erwarten Sie auch in Zukunft weitere spannende Artikel zum Thema Instandhaltung, die Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen!

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Über den Autor

Maximilian Guthke

Maximilian Guthke ist Marketing Manager im Content- und Direktmarketing bei Management Circle. Er ist u.a. zuständig für die Themen Instandhaltung und Projektmanagement. Der gelernte Mediengestalter hat bereits erfolgreich in Agenturen, unter anderem als Junior Art Director, gearbeitet.

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