Trend-Scouting: Wie Sie innovative Produkte auf den Weg bringen

04. April 2017
Management & Strategie
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Wir haben in unserem Blog schon des Öfteren über das Thema der Produktinnovation berichtet. Einen sehr wichtigen Aspekt haben wir dabei aber bisher ausgespart – und zwar die Frage, woher eigentlich die Ideen für echte Produktinnovationen kommen. Heute schauen wir deshalb etwas genauer auf das sogenannte Trend-Scouting, welches die erste Phase eines jeden Innovationsprozesses bilden sollte.

Worum geht es beim Trend-Scouting?

Zunächst einmal müssen wir definieren, was überhaupt ein Trend ist. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Statistik und bezeichnet dort die Entwicklung eines bestimmten Wertes über einen festgelegten Zeitraum. Zum Beispiel kann nach einer Produkteinführung ein Produktlebenszyklus beobachtet werden und auch Börsenkurse folgen einem Trend.

Bei der Produktinnovation geht es jedoch nicht nur um diesen rein mathematischen Begriff, sondern um etwas viel Spannenderes: Es geht um die Trends, von denen gerne im Fernsehen, in Blogs, im Radio oder in Zeitungen gesprochen wird. Trends in Form von großen Veränderungen und Strömungen in der Gesellschaft, Meinungen, Konsum- oder Verhaltensänderungen. Diese Entwicklungen können durch Sozial- und Marktforschung beobachtet werden und sind bereits mehr, als lediglich abstrakte Ideen. Es handelt sich um konkrete Veränderungen, die wunderbar als Basis für neue Produktideen dienen können.

Strategisch gesehen bedeutet das für Sie also Folgendes: Ihr Ziel sollte es sein, diejenigen Trends frühzeitig zu identifizieren, an die Ihr Geschäft andocken kann. Sie können zum Beispiel bereits existierende Produkte optimieren oder modifizieren, neue Produkte einführen oder gar ein neues Geschäftsmodell entwickeln.

Wie erkennen Sie relevante Trends?

Zur Beobachtung von Trends gibt es verschiedene Herangehensweisen. Sie reichen von wissenschaftlichen Erhebungen, also zum Beispiel Kundenbefragungen oder der Konsultation von Markt- oder Trendforschungsinstituten bis hin zu einer „naiven“ Beobachtung der Welt, bei der insbesondere Ihre Intuition eine Rolle spielt. So oder so, wichtig ist es, dass Sie es sich explizit zur Aufgabe machen, Trends zu beobachten und dabei eine bescheidene Einstellung wahren. Es muss Ihnen klar sein, dass Ihr Business selbst im eigenen Feld nicht alles weiß und dass es auch viel sogenanntes Nicht-Wissen, also Unsicherheit gibt, die es zu erkennen gilt.

Wenn Sie aktiv nach Trends forschen, wird Ihnen außerdem schnell klar, dass die Welt von Trends regelrecht überflutet wird. In Zeiten der Digitalisierung kommen somit selbst die kleinsten Nischenbewegungen schnell ans Licht der Öffentlichkeit und die unterschiedlichsten Interessengruppen treffen aufeinander.

Für Sie sind daher zwei Fragen beim Trend-Scouting ausschlaggebend:

  1. In welchen Trends liegt wirklich Potenzial für Ihr Geschäft?
  2. Bei welchen Trends ist Ihr Unternehmen auch in der Lage, das Potenzial hinter diesen Trends zu heben – zum Beispiel durch die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte?

Gerade bei letzterer Frage werden Trends plötzlich sehr geschäftsrelevant und konkret. An diesem Punkt angekommen, können Sie strategische Überlegungen anstellen, wie zum Beispiel:

  • Ob ein mögliches neues Produkt echte Kundenbedürfnisse adressieren würde
  • Ob eine Markteinführung skalierbar ist
  • Ob eine passende Supply Chain vorhanden wäre
  • Ob das Produkt überhaupt profitabel wäre
  • Ob der Produktlebenszyklus eines entsprechend neuen Produktes vielversprechend wäre
  • Ob die Größe des Marktes, den Sie damit ansprechen, Ihren Vorstellungen entspricht
  • Ob für das Produkt einfaches Marketing möglich ist
  • Ob das Produkt zu Ihrer Marke passt
  • Und vieles mehr.

Wieso Trend-Scouting auch Schattenseiten hat

Trend-Scouting bietet also eine tolle Möglichkeit, echte Innovationen ins Leben zu rufen. Seien Sie sich aber bewusst, jede Innovation kostet Geld und jede Innovation kann auch scheitern. Gleichzeitig kann die richtige Innovation Ihr Unternehmen an die Spitze eines Marktes katapultieren.

Dieses Spannungsfeld lässt heute viele Markenhersteller davor zurückschrecken, sich zu weit in die Produktinnovation vorzuwagen. Die Vorteile, ein First Mover zu sein, sind zwar auf jedem Markt definitiv erfolgsrelevant, doch es ist für viele Unternehmen einfacher, vorhandene Produkte zu kopieren, als selbst mutig voranzuschreiten.

Warum Handelsmarken Trend-Scouting betreiben sollten

Wir haben kurz nachdem wir diesen Beitrag veröffentlich haben, auch noch einmal mit unserem Experten Axel Liebetrau über dieses Thema gesprochen. Im Video-Interview hält er noch einmal die wichtigsten Aspekte des Trend-Scoutings fest und verrät, warum Handelsmarken grundsätzlich Trend-Scouting betreiben sollten. Schauen Sie gleich mal rein: 

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