Neue Technologien und Agilität im QM: So halten Sie Schritt!

16. March 2020
Produktion, Qualität
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Das QM der Zukunft soll in Sachen Agilität, Technologien und Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren. Aber wie gelingt das im täglichen Business und welche Voraussetzungen müssen Unternehmen dafür erfüllen? Prof. Dr. Bert Leyendecker bringt für Sie im Rahmen dieses Interviews Licht ins Dunkel.

QM muss Schritthalten

Herr Professor Dr. Leyendecker, aus Ihrer Erfahrung können Sie sicher beurteilen: Wie hat sich das QM im Rahmen der digitalen Transformation verändert?

Das QM verändert sich so, wie sich vieles andere auch verändert. Es wird schnelllebiger, die Datenfülle steigt, die Informationsmenge steigt, die Technologien werden komplexer und vielfältiger. Wir müssen lernen, mit diesen veränderten Rahmenbedingungen umzugehen. Es geht darum, aus diesen Entwicklungen einen Nutzen zu generieren und nicht den Überblick zu verlieren.

Neue Technologien und QM

Welche Technologien sollte man kennen und welche Rolle spielen diese Ihrer Meinung nach?

Ich glaube, das ist sehr branchenspezifisch, da gibt es keine allgemeingültige Antwort. Aber vielleicht ist das auch gar nicht die wirklich wichtige Frage. Wir könnten jetzt hier die aktuell verfügbaren Technologien diskutieren, aber im nächsten Jahr stehen neue Technologien in den Startlöchern! Die Frage ist meiner Meinung nach eher: Was muss ich tun, damit ich von neuen Technologien rechtzeitig etwas mitbekomme? Was muss ich tun, damit ich ausreichend Fantasie dafür entwickle, was diese Technologie für mich bedeutet? Und was muss ich tun, damit meine Organisation und Unternehmenskultur so gestaltet ist, dass ich neue Technologien in angemessener Zeit in mein Unternehmen integrieren kann? Ich muss mich also fragen, wie mein Prozess zum „Technologie-Screening“ und zur „Technologie-Adaption“ aussieht! Diesen Prozess sollte ich nicht dem Zufall überlassen.

So bleiben Sie in Sachen QM am Ball

Was müssen wir tun, damit der Mensch im QM nicht den Anschluss verliert und alle Mitarbeiter sich zurechtfinden?

Wir haben eben schon darüber gesprochen, nun stellt sich die Frage, wie wir mit der Schnelllebigkeit und der Komplexität umgehen. Ich glaube, dass lebenslanges Lernen als Grundeinstellung immer wichtiger wird. Nicht den Anschluss verlieren heißt, mitzubekommen, welche neuen Trends es gibt. Dann gilt es zu erkennen, welche davon für uns relevant sind und diese dann auch beherrschen lernen.

Der Aufwand, der dahintersteckt, wird allerdings häufig unterschätzt. Beim Wählscheibentelefon gab es seinerzeit nicht viel zu lernen, aber wie lange dauert es heute, bis man sein neues Smartphone vollständig installiert und alle Funktionen betriebsbereit hat? Geben Sie Raum und Zeit für das Erlernen neuer Technologien! Investieren Sie in Weiterbildung! Immer wieder!

Denken Sie über Ihr Führungsverständnis und die Unternehmens- und Teamkultur nach!


Prof. Dr. Bert Leyendecker

Haben Sie vielleicht den einen oder anderen Tipp: Wie könnte man Qualitätsmanagement agiler gestalten und Beschäftigte mit einbeziehen?

Agilität und Qualität – es ist eine Frage des Standpunkts. Manche empfinden das als Widerspruch. Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, dass wir doch schon lange agil sind. Früher hieß das dann Qualitätszirkel oder Kaizen-Event. Heute ist es eben ein agiler Sprint. Ich glaube, es ist wie immer weniger eine Frage der Bezeichnungen und der Worte als viel mehr eine Frage der Menschen und der Kultur. Werfen wir doch noch mal einen Blick auf das Führungsverständnis im Lean Management: Führen ist Service am Mitarbeiter! Die Aufgabe des Führenden ist es also, sein Team erfolgreich zu machen! Mit diesem Ansatz hat sich die Frage nach der Einbeziehung der Beschäftigten erübrigt. Mit diesem Führungsverständnis ist Agilität dann auch fast eine unvermeidbare Konsequenz. Der Punkt ist also: Denken Sie über Ihr Führungsverständnis und die Unternehmens- und Teamkultur nach!

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