PropTechs: So wollen Startups die Immobilienbranche disruptieren

23. April 2019
Immobilien & Bau
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Auch die Immobilienwirtschaft wurde von der Digitalisierung erfasst. So ist es nicht überraschend, dass auch in dieser Branche Startups aus dem Boden sprießen, welche Transparenz und Vereinfachungen versprechen. Wir stellen Ihnen 13 dieser PropTechs vor, die Sie als Immobilieninteressierter unbedingt kennen sollten!

Zudem haben wir zwei dieser Startups befragt, wie schnell sie erfolgreich Fuß fassen konnten. Wenn Sie davon überrascht sind – warum nicht eine Zusammenarbeit oder Beteiligung ins Auge fassen? Dafür haben wir einen Venture Capital Investor befragt.

Expertenmeinung: PropTech – warum sie so interessant sind

Julius Bachmann, Venture Capital Investor bei Redstone, über PropTechs:

Seit geraumer Zeit ist der Begriff ‘PropTech’ in aller Munde – in der Startup-Branche, unter Technologie-Investoren sowie mehr und mehr auch in der klassischen Immobilienbranche. Und das nicht ohne Grund: PropTech ist mehr als ein Buzzword, es ist ein gut finanziertes Feld im Technologiesektor: 2016 sammelten PropTech-Unternehmen global knapp 2,7 Milliarden US-Dollar ein. Darunter fallen junge Startups, die noch in der frühen Entwicklungsphase sind, sowie erfolgreiche PropTech-Unternehmen wie Lianjia, eine chinesische Online-Plattform für Immobilienverkauf und -vermietung, die allein bereits 1,7 Milliarden US-Dollar an Wagnisfinanzierung erhielt.

Der Hype um PropTechs ist aber nicht neu. Schon seit zwanzig Jahren – mit dem ersten Internet-Boom der neunziger Jahre – gibt es im deutschsprachigen Markt digitale Modelle im Bau- und Immobiliensektor. Die meisten “Challenger” tummelten sich um den Marktplatz des Kaufes oder der Vermietung von Immobilien (u. a. http://www.scout24.com/) und deren Finanzierung (u. a. https://www.interhyp.de/). Ein starker Fokus lag auf transaktionalen Geschäftsmodellen. Heutzutage sind diese Modelle gezeichnet von hohen Akquisitionskosten und starker Konkurrenz.

In den letzten zweieinhalb Jahren beobachten wir einen zunehmenden Übergang von Konsumenten-orientierten (B2C-) Modellen hin zu Geschäftskunden-orientierten (B2B-) Modellen. Heute sehen wir nicht nur Maklertools, Verwaltungsplattformen und Infrastruktur für Asset Manager, sondern auch Unternehmer, die günstige und performante Sensortechnologie im Bereich Building Management Systems einsetzen und die Daten aggregieren. Immer mehr wird auch die Baubranche von innovativen, jungen Firmen bedient, zum Beispiel im Projektmanagement und in der Materialbeschaffung.

13 PropTechs, die Sie kennen sollten:

Wir haben Ihnen eine Auswahl bekannter PropTechs zusammengestellt, die in den letzten Jahren für Aufmerksamkeit sorgten und die Sie deshalb kennen sollten:

 

Animus

Das PropTech Animus entwickelt Software und Apps, die vermehrt in Stadtquartieren eingesetzt werden und bei der täglichen Verwaltung und Vernetzung unterstützen. Services, Informationen sowie Kommunikation mit den Mietern können so digital aus einer Hand erfolgen. Und auch die Bewohner selbst können sich mit der App untereinander oder mit lokalen Dienstleistern vernetzen.

 

Archilogic

Das Schweizer PropTech Archilogic AG ermöglicht es, in weniger als 24 Stunden Grundrisse von Immobilien in interaktive 3D-Modelle umzuwandeln. Das können Räume, Wohnungen oder ganze Häuser sein. Auch die Möblierung und Materialisierung sowie die Architektur kann mit der Internetplattform bearbeitet werden.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Ihnen Ihr Traumhaus mit Hilfe von computergenerierten Bildern, abstrakten technischen Plänen oder in Form eines einfachen Fotos präsentiert wurde. Denn mit Archiologic können Sie das Haus bereits besichtigen, bevor es gebaut wurde. Oder Sie möblieren Ihre Wohnung virtuell neu um, bevor Sie die eigentliche Inneneinrichtung erwerben (und dann merken, dass es doch nicht passt).

 

Doozer

Mit Doozer wird professionelles Modernisierungsmanagement endlich schneller: Was früher bis zu sechs Wochen oder länger gedauert hat, soll dank Doozer in wenigen Minuten möglich sein. Denn Sanierungsaufträge werden nicht mehr einzeln bei Handwerkern angefragt und erteilt, sondern bei dem PropTech gebucht. Dabei müssen lediglich die Wohnfläche, Raumanzahl und die Deckenhöhe sowie die gewünschten Leistungen, wie zum Beispiel Fliesen abschlagen und Isolierungen, angegeben werden.

Bei dem von Nicholas Neerpasch und Jan Dörlitz gegründeten Startup hinterlegen Auftragnehmer Einheitspreise, wodurch verbindliche Vergleichsangebote sofort sichtbar sind. So können die Wunschhandwerker über Doozer direkt zum Wunschtermin beauftragt werden. Und die Übersicht aller Aufträge liegt dabei auf einer einzigen Plattform.

 

Evana AG

Dieses PropTech bietet eine Software, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Daten rund um den Kauf und die Verwaltung einer Immobilie durchforstet und sortiert. Durch selbstlernende Algorithmen erkennt das System die einzelnen Zusammenhänge und verbessert diese mit jedem einzelnen Suchvorgang. Durch regelmäßiges Feedback von relevanten Branchenteilnehmern ist die Plattform an die direkten Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft angepasst.

Evana AG wurde 2015 gegründet und hat sich das Ziel gesetzt, die Immobilienbranche ganzseitig zu digitalisieren. Als neuen Investor konnte Evana kürzlich Patrizia Immobilien gewinnen.

 

Immomio

Das Startup Immomio bietet eine Vermietungssoftware an, welche den Zeitaufwand bei der Mietersuche um 90 Prozent verringern soll. Es handelt sich dabei um einen vollständig digitalisierten und automatisierten Vermietungsprozess, bei dem der Vermieter lediglich angeben muss, welche Eigenschaften die Mieter seiner Meinung nach aufweisen müssen. So kann er das gewünschte Einkommen, den Familienstand oder weitere Eigenschaften angeben und der Algorithmus von Immomio findet die passenden Mieter aus den Bewerbern. Diese werden dem Vermieter vorgeschlagen, der sie dann zu einer Besichtigung einladen kann. Dieses Vorgehen soll Zeit sparen und für Qualität sorgen, da unqualifizierte Bewerber ohne viel Aufwand durch den Algorithmus aussortiert werden können.

Das PropTech arbeitet mit gängigen Immobilienportalen zusammen und richtet sich vor allem an Wohnungsgesellschaften und Verwaltungen.

Bemerkenswert ist auch der Gründer des ProTechs: Nicolas Jacobi. Sie kennen ihn eventuell als erfolgreichen Hockeyspieler und Torhüter der Nationalmannschaft. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio konnten er und seine Mannschaft die Bronzemedaille erringen.

 

interfaceMA

2013 haben Andreas Angerer und Axel Lüdtke interfaceMA gegründet. Das PropTech hat sich seitdem auf die Entwicklung von B2B-Dienstleistungen und -Softwares spezialisiert. Daten aus verschiedenen Systemen und Formaten sollen unkompliziert verknüpft werden, um sie analysieren zu können. Im März 2019 gab Drees & Sommer bekannt (https://www.finanzen.net/nachricht/fonds/drees-sommer-drees-sommer-beteiligt-sich-an-berliner-interfacema-gmbh-7221585), dass sie sich mit 20 Prozent am Unternehmen beteiligen.

 

iQ intelligentes Wohnen

iQ beschäftigt sich seit der Gründung im Jahr 2017 als Startup-Projekt der STRENGER Gruppe mit innovativen und außergewöhnlichen Architekturkonzepten. In seinem ersten Projekt in Ludwigsburg bietet das PropTech 14 Eigentumswohnungen, hauptsächlich für sogenannte Young Professionals, Studenten und Berufseinsteiger. In der Immobilie, die mit voll möblierten Mikro-Apartments aber auch Maisonette-Wohnungen ausgestattet ist, setzt iQ auf Smart Home-Konzepte und integrierte digital vernetzte Geräte.

Da Nachhaltigkeit und Nachbarschaft im Vordergrund bei iQ stehen, bietet das erste Projekt auch Gemeinschaftsflächen wie eine Lounge, ein Coworking Space und einen Außenbereich mit Urban Gardening. Außerdem gibt es ein integriertes Kundenportal, den sogenannten iQ Club, worüber Serviceleistungen, wie die Lieferung von Lebensmitteln vor die Tür oder das Reinigen der Wohnung, gebucht werden können.

navVis

Jeder, der schon einmal auf einer Messe war und die Toilette nicht finden konnte oder sich auf dem Weg zu den passenden Bahngleisen verlaufen hat, wird sich über das Münchner PropTech navVis freuen. Dieses arbeitet seit 2009 an einem Navigationssystem für Innenräume. Mit Hilfe eines Laserscanners, der an dem zum Patent angemeldeten Trolley fixiert ist, wird die Umgebung kartiert und zu einer 3D-Welt umgewandelt. Diese Idee fand auch das Deutsche Museum in München faszinierend und ließ seine Ausstellung kartieren.

Doch man kann sich nicht nur in einem Gebäude umschauen, der Browser-basierte IndoorViewer ermöglicht auch Interaktionen mit hinterlegten Points of Interest. Die nächste Generation des Münchner Systems NavVis soll auch die Navigation im Innenraum mit Hilfe eines Smartphones ermöglichen. Auch in New York wird mittlerweile vermessen.

 

PlanRadar

Dieses PropTech bietet eine umfassende Baudokumentationsplattform für die Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren. Alle Informationen, die für die Projektbeteiligten von Interesse sind, werden zentral gesammelt, sodass alle Verantwortlichen immer auf demselben Stand sind. So will das PropTech allen Parteien, Zeit, Ressourcen sowie Nerven und 40 Prozent an Kosten sparen. Dabei erfolgt die Dokumentation in Form von Notizen, Fotos oder Sprachaufzeichnungen einfach über ein Smartphone oder Tablet direkt auf der Baustelle – auch wenn das Gerät offline ist.

 

Realbest

Die Vermittlung und Vermarktung von Eigentumswohnungen und Häusern spielt sich immer häufiger im Internet ab. Der frühere Zalando-Mitarbeiter Axel Winckler sowie der Immobilienmakler Mathias Baumeister glauben jedoch, dass in diesem Markt noch mehr möglich ist und so gründeten sie 2013 die Plattform Realbest. Dabei handelt es sich um einen Online-Marktplatz für Immobilien, bei dem die wesentlichen Kauf- und Verkaufsprozesse digitalisiert wurden.

Private Immobilienverkäufer können durch das PropTech den besten Verkaufspreis für ihre Immobilie ermitteln lassen und erhalten zudem eine unabhängige Auswahl geprüfter Immobilienmakler. Am Ende kann der Verkäufer aber selbst entscheiden, ob er mit oder ohne Makler seine Immobilie verkaufen möchte.

Potenzielle Käufer erhalten über einen individuellen Online-Zugang exklusive Immobilienangebote. Eine Besonderheit hierbei ist die Möglichkeit des virtuellen Rundgangs durch die Wohnung oder das Haus – und das sogar bereits vor dem Vertriebsstart.

 

Realxdata GmbH

Ein großer Bestandteil im Alltagsgeschäft der Immobilienwirtschaft ist die stundenlange Recherche und schlechte Datenverfügbarkeit und -qualität. Dank des PropTechs Realxdata soll dem ein Ende gesetzt werden. Das Technologie-Unternehmen wurde 2016 gegründet und ist spezialisiert auf Big-Data-Analysen. Für Kunden aus der Finanz- und Immobilienbranche digitalisiert das Startup Daten bezüglich Immobilienportfolios und verknüpft diese mit Immobilienmarktdaten und sozio-ökonomischen Informationen aus über 100 Quellen. Als Beispiel dafür besitzt die Plattform Daten bezüglich der Anzahl von Kindergärten im Umkreis, der Arztpraxisdichte, allgemeine Umweltdaten oder die Kundenbewertung von nahegelegenen Cafés und Restaurants. Realxdata erleichtert dementsprechend durch Standortanalysen sowie Objekt- und Portfoliobewertungen die Wertbestimmung von Objekten auf Knopfdruck. Somit können Marktchancen und Risiken erkannt und entsprechende Transaktionen schneller durchgeführt werden.

 

Skillary GmbH

Skillary ist Europas erste online Job- und Karriereplattform mit Fokus auf Ingenieure und Architekten. Das PropTech vernetzt über Einstellung, Aufgaben & Fähigkeiten und bietet eine digitale Talent- und Aufgabenplattform für an Planung und Bau beteiligte Unternehmen.

So einfach geht’s: Jobsuchende Architekten und Ingenieure können ihre Daten online angeben, woraufhin Unternehmen diese bei Interesse anfragen können. Der Vorteil daran ist eine enorme Zeitersparnis beim Erstellen und Pflegen der Bewerbungsmappe und der Suche auf verschiedenen Portalen durch einen integrierten Matching-Algorithmus.

 

Wohnungshelden GbR

Lästige, zeitaufwändige Zettelwirtschaft beim Mieterwechsel war gestern! Dieses PropTech bietet die Digitalisierung des kompletten Mieterwechsels, sei es für Wohnungsunternehmen oder deren Vermieter.

Das Programm besitzt ein „Interessenmanagement“, indem Anfragen aller Portale und Vermarktungskanäle erfasst und Objekten beziehungsweise Ansprechpartnern zugewiesen werden. Neben dem Terminmanagement, womit Interessenten selbstständig Besichtigungstermine zu- oder wieder absagen können, bietet das Startup eine vollautomatisierte Losvergabe bei der Vermieterauswahl an. Hierbei wählt die Software per Zufall Bewerber aus, die sich anschließend beim Vermieter vorstellen dürfen.

Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG nehmen bereits von der Software Gebrauch, um durch das Losverfahren die Vergabe von staatlich gefördertem Wohnraum fairer, effizienter und transparenter zu gestalten.

Wie erfolgreich sind PropTechs?

Wie schwer war es als PropTech in Deutschland (und auch im Ausland) Fuß zu fassen?

Hannah Szwarc: Die NavVis Technologie besteht aus einer innovativen, disruptiven Hard- und Software. Dadurch mussten wir dem Kunden nicht nur die Technologie, sondern auch die Anwendungsfelder vorführen. Erste Gespräche haben schnell gezeigt, dass die Technologie in verschiedenen Branchen eingesetzt werden kann und ein enormer Markt sowie ein grundsätzliches Interesse bestehen. NavVis wurde unter anderem am Münchner Flughafen, im deutschen Museum, bei BMW sowie weiteren Akteuren im Automobilsektor eingesetzt. Schnell hatten wir Schwierigkeiten, alle Anfragen zu bearbeiten. Mit anderen Worten: Es war nicht schwer Fuß zu fassen, da der Bedarf und vor allem die Anforderungen mit den bisher existierenden Technologien nicht abgedeckt werden konnten.

 

Auf welches Projekt sind Sie und Ihr Team besonders stolz?

Hannah Szwarc: Ich persönlich bin besonders stolz auf die Vielzahl von verschiedenen Projekten. Obwohl der Münchner Flughafen nicht mit einer Automobilproduktion oder einem Hochhaus zu vergleichen ist, funktioniert NavVis für alle drei genannten Felder gleich gut. Besonders wichtig ist hierbei unsere gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern, die vor Ort sind, die Daten aufnehmen und je nach Wunsch des Kunden weiterverarbeiten. Ohne diese gute Zusammenarbeit hätten wir es sicherlich nicht geschafft innerhalb von zwei Jahren in 17 Ländern präsent zu sein.

 

Herr Anger, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden? Waren diese sofort von Ihren innovativen Ideen begeistert oder mussten Sie viel Überzeugungsarbeit leisten?

Andreas Angerer: Die Innovationsfreudigkeit im Immobilienmarkt ist ja legendär, da sie lange Zeit so gut wie nicht vorhanden war. Viele der großen Marktteilnehmer unterliegen hohen regulatorischen Verpflichtungen sowie einem hohem Datenschutzanspruch. Einige Prozesse in der Immobilienwirtschaft beinhalten das Zusammenspiel vieler Parteien und gelten unter anderem daher als sehr sensibel.

Trotzdem ist die Begeisterung für unsere innovativen Produkte, welche zudem von Fachleuten aus dem Markt entwickelt werden, so hoch wie nie. Der Weg bis zur Vertragsunterzeichnung ist jedoch, nicht zuletzt wegen unterbesetzter IT-Abteilungen oder noch nicht ausreichender Business Intelligence, häufig holprig und langwierig. Jedoch dürfen wir uns aktuell über eine Vielzahl von bereits terminierten Implementierungsanfragen freuen. Auch werden gerade nachhaltige Kooperationsvereinbarungen geschlossen, welche die Vermarktungsposition vervielfacht. Die Nachfrageentwicklung bedarf eines schnelleren Unternehmenswachstums, so dass wir für die „Growth-Phase“ gerade nach Investmentkapital suchen.

 

Ab wann kann man als PropTech ungefähr mit „Erfolgen“ rechnen (ROI)?

Andreas Angerer: Hier kann ich nur für uns sprechen. In vier Jahren konnten wir kontinuierlich, durch Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel sowie einer umfassenden Projektförderung durch die Investitionsbank Berlin, im Profit-Programm wachsen. Aufgrund der flexiblen und modularen Architektur der ganzen Produktfamilie ist es uns möglich, vielfältige Marktsegmente zu bedienen. So werden den bisherigen Produktplatzierungen im Bereich der Immobilienwertermittlung, dem Asset und Property Management und dem bautechnischen Dienstleistungssektor weitere Teilmärkte folgen. Hier sprechen wir nur vom B&B Market obwohl sich schon jetzt etliche B&C Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen. In unseren Produktentwicklungen wurde immer auf Mehrsprachigkeit und Internationalisierung Wert gelegt.

Nach einem Investment, welches uns das notwendige Wachstum in der Growth-Phase ermöglicht, sehen wir den ROI kurz- bis mittelfristig eintreffen, verbunden mit einem erheblichen Unternehmenswertzuwachs.

Kooperation statt Disruption: So gelingt die Zusammenarbeit mit PropTechs

Julius Bachmann ist der Meinung, dass die Bau- und Immobilienbranche sich nicht vor Startups fürchten sollte. Er setzt auf Kooperation statt Disruption. Denn beide können von einer Zusammenarbeit profitieren. Wie diese Kooperation gelingen kann, berichtet der Venture Capital Investor in diesem Beitrag.

Julius Bachmann ist Venture Capital Investor bei Redstone und konzentriert sich auf Frühphasen- bis Wachstumsinvestments in PropTechs, FinTechs, Industrials und Mobility Startups. Er arbeitete bei Ernst & Young sowie bei dem US/UK Venture Fund Flight Ventures, bevor er bei Redstone die Betreuung der Berliner Volksbank Ventures und Deutsche Bahn Digital Ventures übernahm.

2017 wurde Julius Bachmann aufgrund seiner Arbeit vom Forbes Magazin unter die „30 under 30 Finance Professionals“ gewählt.

Tipps für die Zusammenarbeit etablierter Unternehmen mit PropTechs

Obwohl die Bau- und Immobilienbranche in absehbarer Zeit nicht “disrupted” wird, ist das Verständnis von digitalen Modellen unerlässlich. Das bedeutet nicht, dass jeder Projektentwickler nun als Investor aktiv werden muss – doch ohne eine bewusste Auseinandersetzung mit der Frage “Wie interagiere ich mit der digitalen Welt und mit Startups?” kommt heute auch die Bau- und Immobilienbranche nicht mehr aus.

Falls Sie als etablierter Marktteilnehmer sich also die Frage stellen, wie Sie mit Startups in produktiven Austausch treten können, sind aus unserer Erfahrung vier Ansätze denkbar:

Austausch mit dem Kunden: 
Als Zulieferer im normalen Betrieb sind Startups bereits heute zuverlässige Partner. Dabei ist aber die Auseinandersetzung mit Firmen im operativen Alltag wichtig. Pilotprojekte mit Innovationsabteilungen stellen weder ausreichend operativen Mehrwert sicher, noch ermöglichen sie den…

Austausch in vertiefter Partnerschaft: 
Der nächste Schritt in der Zusammenarbeit ist eine gemeinsame Produktentwicklung oder Vertriebspartnerschaft. Etablierte Unternehmen profitieren von den kurzen Iterationen eines kleineren Entwicklungspartners, Startups von der Branchenerfahrung und der Reichweite des Corporate Partners. Oft sind diese gemeinsam definierten Projekte der Beginn einer strategischen Partnerschaft, dürfen aber nicht mit einem Pilotprojekt verwechselt werden.

Austausch durch opportunistische Beteiligung: 
Gerade in der Immobilienbranche ist das Tätigen von Investments und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Asset Klassen Tagesgeschäft im C-Level. So fällt es vielen Corporates nicht schwer, auch den Schritt in Richtung Corporate Venture Capital zu tun. Bei einer opportunistischen Strategie ergeben sich Minderheitsbeteiligungen meist durch eine vorhergegangene Zusammenarbeit auf operativer Ebene. Wichtig ist, dass durch die Beteiligung die weitere Finanzierung des Startups nicht gefährdet wird – der Anschein eines strategischen Motives (zum Beispiel aufgrund von Vorkaufsklauseln) würde private Investoren abschrecken.

Austausch durch den Aufbau eines Accelerator oder CVC-Portfolios: 
Der Aufbau eines Corporate Venturing Vehikels schafft gegenüber opportunistischen Investments eine breitere Diversifizierung und ermöglicht einen tiefen Einblick als Gesellschafter in die Agenda der Beteiligungen. So kann in der operativen Zusammenarbeit der größte Wert gehoben werden. Auch Accelerators sind derzeit bei vielen Corporates beliebt, oft stolpern die Programme aber über die fehlende Einbindung der Linienorganisation.

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