Das Paula-Prinzip: Warum Frauen ihr Potenzial nicht ausleben können

25. February 2020
Frauen, Sekretariat & Assistenz, Soft Skills
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In vielen Unternehmen kennt man dieses Phänomen: In einer höheren Position befindet sich ein Mann, der aber gänzlich inkompetent wirkt und seine Aufgaben nicht zufriedenstellend erledigt. In tieferen Positionen befinden sich Frauen, die eigentlich viel kompetenter und qualifizierter sind, denen aber nicht die Möglichkeit geboten wird aufzusteigen. Und selbst wenn ein Unternehmen den Schritt geht und den Frauen die Positionen anbietet, funktioniert es am Ende häufig doch nicht. Warum? Das veranschaulicht das Paula-Prinzip!

Was ist das Paula-Prinzip?

Das Paula-Prinzip steht in Analogie zum Peter-Prinzip. Anders als beim Peter-Prinzip geht es nicht darum, dass Personen solange befördert werden, bis sie nicht mehr kompetent genug sind, sondern darum, dass Frauen diese Beförderungen erst gar nicht angeboten werden. Es geht um die immer noch in der Arbeitswelt herrschende Diskriminierung von Frauen und die Probleme, mit denen Frauen auf der Karriereleiter nach oben konfrontiert werden.

Jedoch gibt es auch Hürden, die nicht durch die Unternehmen und Führungskräfte entstehen, sondern die sich Frauen selbst stellen: Sie überdenken den „nächsten Schritt“ stärker als Männer. Frauen fragen sich mehr, ob sie die Beförderung wirklich benötigen. Männer hingegen, nehmen die Beförderung eher an, ohne sich vorher sonderlich Gedanken über bevorstehende Aufgaben gemacht zu haben. Aber welche Gründe hat es, dass Frauen nicht befördert oder weniger befördert werden als Männer?

Was sind die Gründe für das Paula-Prinzip?

Hierbei können viele Faktoren eine Rolle spielen, wie zum Beispiel:

Rollenklischees

Frauen erfahren in der heutigen Arbeitswelt teilweise leider immer noch Diskriminierung. In verschiedenen Bereichen werden Frauen beim Bewerbungsverfahren erst gar nicht wirklich miteinbezogen. Im Bereich der handwerklichen Berufe sind Frauen stark in der Unterzahl. Es gibt verschiedene Bereiche, die nahezu komplett in der Hand eines Geschlechts sind, wie zum Beispiel Erzieherberufe oder handwerkliche Tätigkeiten. Frauen scheinen es dabei weitaus schwerer zu haben, in die „Männerberufe“ einzusteigen als anders herum. Sie werden in manchen Berufen einfach nicht wirklich akzeptiert, selbst wenn sie die Aufgaben besser erledigen, als ihre männlichen Kollegen.

Selbstbewusstsein

Frauen haben oftmals ein viel schwächeres Selbstbewusstsein als Männer. Sie trauen sich weniger zu, Männer hingegen versuchen an der Spitze mitzuspielen, auch wenn sie weder die nötigen Kompetenzen noch die erforderlichen Qualifikationen haben.

Ein Widerspruch: Mädchen absolvieren seit Jahren häufiger das Abitur als Jungs. In Nordrhein-Westfalen lag 2018 der Mädchenanteil der Absolventen im Abitur bei 54,8 Prozent. Auch studieren inzwischen mehr Frauen als Männer. Die Zahlen der Frauen im Studium haben sich in den letzten Jahren so sehr erhöht, dass sie die Männer überholt haben.

Familienleben

Ein großer Nachteil im Berufsleben für Frauen ist immer noch die Familienplanung. Wenn Frauen in einen Teilzeitjob wechseln, um mehr Zeit für Kinder und Familie zu haben, sinkt leider häufig ihr Stellenwert im Unternehmen. Die Kinder könnten schließlich mal krank werden und die immer gewünschte Flexibilität ist dahin. Wichtige Aufgaben und Positionen werden ihr deshalb eher selten zugesprochen. Während der Mann durchgehend Zeit hat, um die Karriereleiter hochzuklettern, werden der Frau so Steine in den Weg gelegt. Eine Schwangerschaft wird für eine Frau immer noch oft zu einem Karriereknick. Nicht umsonst sprechen die Medien immer häufiger von „Teilzeit als Einbahnstraße“.

Wie können Sie sich vor dem Paula-Prinzip schützen?

Der eigentliche Schlüssel liegt hier oftmals in der Verbesserung des Selbstbewusstseins! Lernen Sie, sich im Office durchzusetzen. Sprechen Sie offen an, wenn Sie das Gefühl haben aufgrund Ihres Geschlechtes diskriminiert zu werden und trauen Sie sich, Männern die Stirn zu bieten. Lassen Sie sich nicht von der Teilzeitfalle einnehmen und schließen Sie sich mit anderen Frauen in Ihrem Unternehmen zusammen, die in einer ähnlichen Situation feststecken und sich schlecht behandelt fühlen. So können Sie gemeinsam mehr bewirken und in den Führungspositionen ein Bewusstsein für Ihre Probleme schaffen.

Die Arbeitswelt im Wandel?

In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch der Stellenwert der Frau in der Arbeitswelt deutlich verbessert. Die Frauenquote steigt, wenn auch nur mühsam. Allerdings liegt die Quote von Frauen in Vorständen bei gerade einmal circa 10 Prozent. Männer sind demnach immer noch häufiger in höheren Positionen als ihre weiblichen Kollegen.

Lassen Sie sich nicht von den Fängen des Paula-Prinzips einnehmen und steuern Sie bewusst dagegen!

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