Green Farming – REWE setzt auf grüne & nachhaltige Supermärkte

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13. December 2021
Handel
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Die REWE Group geht mit ihrem am 27. Mai 2021 neu eröffneten Markt in Wiesbaden-Erbenheim innovative Wege in Sachen Supermarkt – und das betrifft nicht allein das Sortiment, sondern vor allem auch Bauweise und Betreibung. Jürgen Scheider, Vorsitzender der Geschäftsleitung für die REWE Region Mitte, verrät im Vorfeld des Handelsmarken Forums 2022, was der neue Green Farming Markt seinen Kunden bietet, welchen Beitrag das Unternehmen so in Sachen Nachhaltigkeit leisten will und wie auch Sie attraktiv und gleichzeitig nachhaltig agieren können.

Jürgen Scheider

Vorsitzender der Geschäftsleitung Region Mitte | REWE Group

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Green Farming bei REWE

Herr Scheider, Sie beschreiten mit dem REWE-Neubau in Wiesbaden-Erbenheim einen völlig neuen Weg in der Firmengeschichte. Erklären Sie unseren Lesern, was das bedeutet? Was zeichnet den neuen REWE-Markt aus?

In Wiesbaden-Erbenheim haben wir einen in Deutschland und Europa bislang einzigartigen Supermarkt-Neubau realisiert: Ein Green Building der neuesten Generation in ressourcenschonender Holzbauweise, das einen modernen Vollsortimenter mit einer Basilikumfarm samt Fischzucht unter seinem gläsernen Dach vereint. Herausragend ist auch die Architektur, die dem Supermarkt einen ganz besonderen Charakter verleiht und für Wohlfühlambiente sorgt. Ebenso besonders ist das Sortiment des REWE Green Farming-Marktes mit einer überdurchschnittlich großen Auswahl an regionalen und lokalen Produkten. Abgerundet wird das innovative und nachhaltige Konzept durch eine Blühwiese anstelle einer versiegelten Parkplatzfläche und einem eigenen Bienenstock.

Ressourcenschonende Bauweise für Supermärkte

Das klingt spannend. Erzählen Sie gern mehr über die Bauweise. Inwieweit ist das Gebäude ressourcenschonend entstanden?

Das Naturmaterial Holz ist das Kernelement des Supermarkts der Zukunft: Rund 1.100 Kubikmeter des nachwachsenden Rohstoffs wurden hier verbaut. Durch das heimische Nadelholz werden über 700 Tonnen CO2 eingespeichert. In 30 Jahren ist das Holz wieder nachgewachsen und die CO2-Bilanz ausgeglichen.

Viel Tageslicht kann durch die verglasten Ost- und Westfassaden und das Atrium genutzt werden. Darüber hinaus sorgen eine intelligente Kühl- und Wärmetechnik, 100 Prozent Grünstrom sowie die Verwendung von Regenwasser für die Dachfarm, Sanitäranlagen und Reinigung des Marktes dafür, dass Ressourcen geschont werden.

Auch die Außenflächen sind nachhaltig angelegt: Mit einem neuen Parkplatzlayout, bei dem die Parkplätze in einem Kreis angelegt sind, wurden versiegelte Flächen reduziert sowie versickerungsfähige Untergründe geschaffen. Die zusätzlichen Grünflächen sowie eine Blühwiese schaffen wichtigen Lebensraum für Insekten.

Der Supermarkt als lokale Produktionsstätte

Ist es richtig, dass es sogar eine Basilikumfarm und eine Fischzucht gibt? Wie kam es dazu und was versprechen Sie sich davon?

Der REWE Green Farming-Markt ist nicht einfach nur ein Supermarkt, sondern auch Produktionsstätte mitten in der Stadt. Auf der Dachfarm, die vom REWE-Partner ECF Farmsystems betrieben wird, wachsen mittels Aquaponik jährlich 800.000 Basilikumpflanzen, die als Dünger Ausscheidungen der Fische erhalten, die REWE vor Ort züchtet. Hierbei werden keinerlei Pestizide verwendet.

Zwei separate, ressourcenschonende Kreisläufe werden dank der innovativen Technik des Berliner Start-ups miteinander gekoppelt: Der Aquakulturkreislauf der Frischproduktion und der Hydroponik-Kreislauf der Pflanzenproduktion (= Aquaponik). Der Einsatz dieses Kreislaufsystems ermöglicht eine Lebensmittelproduktion mit 90 Prozent weniger Wasserverbrauch gegenüber herkömmlicher Landwirtschaft, da das Wasser doppelt genutzt wird. Rund 14.000 Töpfe Basilikum werden pro Woche plastikfrei vor Ort verpackt. Durch die nachhaltige Verpackung können 12 Tonnen Plastik pro Jahr gespart werden. Das Basilikum wird an 480 REWE-Märkte in Hessen sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz geliefert. Gleichzeitig werden rund 20.000 Buntbarsche in Bassins auf rund 230 Quadratmetern unter nachhaltigen Bedingungen gezüchtet und noch vor Ort verarbeitet. So entsteht pro Monat circa eine Tonne Fischfleisch. Der Fisch kommt voraussichtlich Anfang 2022 in den Handel.

Die neue Generation grüner Supermärkte

Wie reagieren die Kunden bisher? Gibt es schon erste Erkenntnisse?

Das allgemeine Interesse an unserem Green Farming Markt ist sehr groß. Beinahe täglich haben in den ersten Wochen und Monaten Besichtigungstouren für unterschiedlichste Gruppen stattgefunden. Auch die Kundinnen und Kunden haben den Markt sehr gut angenommen, insbesondere auch aufgrund des regionalen und lokalen Angebots. Mit seinem Sortiment ist er ein Magnet für das gesamte Umland.

 

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, innovative Wege zu gehen? Was ist Ihr langfristiges Ziel mit dem neuen REWE-Markt – vielleicht aber auch der kurzfristige Gedanke?

Mit dem Green Farming in Erbenheim haben wir eine neue Generation grüner Märkte bei REWE eingeleitet, denn Ganzheitlichkeit beim Thema Nachhaltigkeit schließt für uns nicht nur Sortimente, sondern auch die Bauweise und Betreibung ein. Seit 2009 haben wir bereits über 200 Green Buildings in Deutschland gebaut. Der neue Markt mit integrierter Dachfarm ist für uns die logische Weiterentwicklung.

 

Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die mit ihren Stores attraktiv bleiben wollen? Muss es immer ein Radikalumbau sein oder haben Sie vielleicht einen konkreten Tipp, den sich jeder zu Herzen nehmen sollte, um erfolgreich zu bleiben?

Es muss nicht immer der Radikalumbau sein. Aber Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen immer mehr im Fokus und gehen uns alle an. Vor diesem Hintergrund kann jeder überlegen, welchen Beitrag er dazu leisten kann.

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Die ESG-Kriterien und aktuelle Krisen haben ein Umdenken im Investment-Sektor bewirkt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ESG-Kriterien zu berücksichtigen und abzuwägen. Dabei besteht die Herausforderung vor allem darin, Nachhaltigkeit und Ökonomie in Einklang zu bringen und ESG-Risiken abzuwägen.

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