Stromverbrauch und Blockchain – Innovation auf Kosten der Umwelt?

22. March 2018
Banken, Digitalisierung, Informationstechnologie
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Tatsächlich haben die Bitcoin-Transaktionen einen enormen Stromverbrauch. Über diesen Nachteil der Kryptowährung haben wir mit Prof. Dr. Sandner und Frau Kütt gesprochen. Eignet sich in diesem Zusammenhang der Bitcoin überhaupt als internationales Währungssystem?

Bitcoin verursacht zu viel Energie

Bitcoin hat ein Energieproblem. Zwar ist der Energiekonsum des Netzwerks auf Grund der inhärenten Dezentralität schwierig messbar, aber selbst konservativen Schätzungen zufolge ergibt sich ein horrender Verbrauch: Eine einzelne Bitcoin-Transaktion benötigt rund 500 kWh. Diese Energie reicht aus, um einen deutschen Haushalt rund zwei Tage lang zu versorgen.

Die rasante Preisentwicklung von 5.000 auf knapp 20.000 US-Dollar der Kryptowährung Ende letzten Jahres trug enorm zum rapiden Anstieg des Stromverbrauchs bei. Denn mit dem Preis von Bitcoin erhöht sich der Anreiz für die sogenannten Miner sich am Schürfen der digitalen Währung zu beteiligen.

Bitcoin als internationales Währungssystem?

Würde mit diesem Energieverbrauch ein international funktionierendes Währungssystem mit vergleichbaren Transaktionszahlen wie Visa oder Mastercard betrieben, könnte dieser Stromverbrauch als legitim bezeichnet werden. Allerdings ist Bitcoin mit derzeit rund 300.000 Transaktionen am Tag weit davon entfernt, eine mit Visa vergleichbare Skalierung zu erreichen, dass diese Anzahl an Transaktionen in rund zwei Minuten verarbeitet.

Blockchain in Davos

Neben der aktuell fragwürdigen Nachhaltigkeit von Bitcoin diskutierte die Wirtschaftselite in Davos besonders die Implikationen der disruptiven, dem Bitcoin zu Grunde liegenden Blockchain-Technologie für die Zukunft. Diese Technologie, die weit über Kryptowährungen hinausgehen Global Female Leaders, Conference, Konferenzwird, soll weitreichende Veränderungen in nahezu alle Branchen bewirken. Angesichts des hohen Energieverbrauchs von Bitcoin stellt sich nunmehr die Frage, wie die Unterhaltung einer Vielzahl an Blockchains ökologisch tragbar gemacht werden soll. Oftmals missverstanden oder unerwähnt bleibt hier die Tatsache, dass der oben beschriebene PoW-Mechanismus eine Bitcoin-spezifische Eigenschaft ist.

Blockchain ist nicht gleich Blockchain

Die meisten öffentlichen Blockchains basieren auf anderen, weitaus energiesparenderen, „Proof-of“-Konzepten als Bitcoin. Allen voran der Proof-of-Stake-Konsensmechanismus (PoS), bei dem zur Validierung von Transaktionen mit dem Kapital der Nutzer gebürgt wird, anstatt Rechenleistung zu verbrennen.

Insbesondere verfolgen aber private Blockchains, solche, die auf bestimmte Personengruppen oder Unternehmen limitiert sind und zukünftig im institutionellen Bereich Anwendung finden werden, einen ungleich ökonomischeren Ansatz. Aufgrund der gegenseitigen Kenntnis der Teilnehmer am Netzwerk können geringere Anforderungen an den Konsensmechanismus gestellt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Doch auch für Bitcoin zeichnen sich Lösungen ab. Aktuell ist ein Trend hin zu erneuerbaren, ansonsten ungenutzten, Energien zur Erzeugung neuer Münzen zu beobachten. Geothermalenergie in Island oder Hydroenergie in Österreich sind gern genutzte Energiequellen für das Bitcoin-Mining.

Insofern ist festzuhalten, dass aus rein energetischer Sicht der Weg für die weitere Entwicklung und Anwendung der Blockchain-Technologie geebnet ist. Vielmehr sind nun Fragen der Regulierung und generelle rechtliche Aspekte zu klären, bewegen sich Kryptowährungen derzeit noch in einem weitgehend unregulierten Raum.

Zudem ist zu sehen, ob die Entwicklung der Blockchain-Technologie den Sprung vom derzeitigen Proof-of-Concept-Status hin zu realen und skalierbaren Anwendungen schafft.

Blockchain kennenlernen und verstehen

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